Kreis Lippe. Unser Adventskalender widmet sich heute einer besonderen Tradition aus Lemgo, die für viele Menschen dort untrennbar zu Weihnachten gehört. In der gestrigen Frage wollten wir wissen, welche vorweihnachtliche Besonderheit seit Jahrzehnten den Heiligabend auf dem Marktplatz prägt. Die richtige Antwort lautet: A) Das Glockenspiel auf dem Marktplatz. Seit vielen Jahren versammeln sich an Heiligabend Hunderte Menschen auf dem Lemgoer Marktplatz, um nach dem Gottesdienst den weihnachtlichen Klängen der Glocken der St.-Nicolai-Kirche zu lauschen. Die Tradition beginnt um 18.15 Uhr, damit die Besucherinnen und Besucher aus den beiden großen Innenstadtkirchen – St. Marien und St. Nicolai – rechtzeitig ankommen können. Die Gemeinden wechseln sich beim Spielen ab. Das weihnachtliche Glockenspiel selbst hat eine lange und bewegte Geschichte. Die erste Anlage mit zwölf Glocken wurde 1939 installiert und damals mit einer Papierwalze und einem Spieltisch ausgeliefert. In den Kriegsjahren 1943 bis 1945 blieb das Glockenspiel jedoch stumm und wurde sogar zeitweise abgebaut. Bereits 1946 wünschten sich die Lemgoer seine Rückkehr, und im Mai 1948 erklangen die Glocken wieder – nun erweitert um zusätzliche Instrumente. 1958 kamen weitere fünf Glocken hinzu, sodass das Geläut heute 22 Glocken umfasst. Gespeist wird der Klang inzwischen nicht mehr direkt vom Turm aus, sondern über ein technisches System im Ballhaus am Marktplatz. Dort befindet sich eine Anlage, die auf den ersten Blick an einen Sicherungskasten erinnert und zahlreiche Melodien gespeichert hat. Für das Heiligabendspiel wird sie in den manuellen Modus versetzt: Über ein kleines Keyboard können Organisten die Stücke live anspielen, die dann in Echtzeit im Kirchturm erklingen. Zum Programm gehören drei Glockenspielstücke, vier Lieder des Posaunenchores sowie gemeinsam gesungene Weihnachtslieder – darunter traditionell „O du fröhliche“ zum Abschluss. Historisch wurde diese Veranstaltung zunächst von Lemgoer Gesangsvereinen getragen, doch nachdem viele davon verschwanden, begleitet nun seit einigen Jahren der Posaunenchor das Zusammenspiel am Heiligabend. Eine Episode zeigt, wie eng die Lemgoer an ihrer Tradition hängen: 1975 drohte das Glockenspiel an Heiligabend auszufallen, weil die Anlage defekt war. Ob die Reparatur rechtzeitig gelingen würde, war lange unklar. Schließlich konnte der Kantor doch wieder „von Hand“ spielen – damals noch vom Spieltisch im Ballhaus aus. Auch dieses Detail hat sich bis heute in vielen Erinnerungen festgesetzt. Wenn Christkind und Weihnachtsmann an Heiligabend durch Lippe ziehen - wie viele Haushalte müssen sie abklappern, um alle Lipper zu erreichen? A) 234.000 B) 98.000 C) 163.000 (Die Auflösung erfolgt im nächsten Türchen!) Advent, Advent Damit die Wartezeit ein bisschen kurzweiliger wird, laden wir Sie in diesem Jahr zu einem besonderen Adventsbegleiter ein: dem Weihnachtsquiz für Lippe. An 24 Tagen öffnen wir hier auf unserem Portal ein digitales Türchen. Dahinter steckt jeden Tag eine neue Frage – rund um Weihnachtsmärkte, winterliche Bräuche, kulinarische Traditionen und festliche Orte im Lipperland. Manchmal ganz einfach, manchmal ein bisschen knifflig – aber immer mit einem Bezug zu unserer Region.