Trauer und Entsetzen in Heidenoldendorf

Ehemann gesteht Gewalttat und nennt Beziehungsprobleme als Motiv

Zeichen der Trauer - © Heidenoldendorf
Zeichen der Trauer (© Heidenoldendorf)

Der Heidenoldendorfer, der am Mittwoch mutmaßlich seine Frau erstochen hat, sitzt seit gestern in U-Haft. Der Haftbefehl lautet auf Mord. Zuvor hatte der 49-Jährige ein Teilgeständnis abgelegt.

Detmold-Heidenoldendorf. Mittagszeit in Heidenoldendorf. Vor dem Haus Bielefelder Straße 279, an dem vorgestern Isa K.s Ehefrau starb, liegen Blumen und stehen Grablichter, mit denen die Heidenoldendorfer ihre Trauer ausdrücken. Auch Christiane Ostrowski stellt ein Ewigkeitslicht auf und legt im Namen ihrer Enkelin eine Rose nieder. Das Opfer sei die Tante ihrer Enkelin, erzählt sie mit Tränen in den Augen.

 "Wir können das alle noch gar nicht fassen", sagt die Heidenoldendorferin. Die Nachbarn und Bekannten, mit denen sie gesprochen habe, seien ebenfalls geschockt. Gleichzeitig sei man erstaunt, wie die Justiz mit dem mutmaßlichen Täter Isa K., dem Ehemann des Opfers, umgegangen sei. "Wäre das nicht so lasch gewesen, hätte das hier verhindert werden können", sagt sie.
Die 40-jährige Kosovo-Albanerin, die am Mittwoch auf der Bielefelder Straße nach einer Messerattacke starb, sei eine ganz liebe Frau gewesen, schildert Christiane Ostrowski. Sieben Kinder hatte sie, drei davon seien schon aus dem Haus, die übrigen zwischen 17 und 2,5 Jahren alt. Alle nannten sie Margareta, weil ihr eigentlicher Name, die albanische Variante von Margareta, schwer auszusprechen gewesen sei. Die Familie habe seit längerem in dem Haus an der Bielefelder Straße gelebt.

Zeichen der Anteilnahme: Christiane Ostrowski stellt vor dem Haus der Verstorbenen an der Bielefelder Straße ein Ewigkeitslicht auf und legt für ihre Enkelin eine Rose ab. Diese ist die Nichte des Opfers.
Zeichen der Anteilnahme: Christiane Ostrowski stellt vor dem Haus der Verstorbenen an der Bielefelder Straße ein Ewigkeitslicht auf und legt für ihre Enkelin eine Rose ab. Diese ist die Nichte des Opfers. (© Foto: Engelhardt)

Sie sei durchaus gut in den Ort integriert gewesen, meint Christiane Ostrowski. Margareta hatte in Heiligenkirchen in einem Hotel gearbeitet, der Serbe Isa K. bis zu seiner Verhaftung nach der Attacke auf die Ex-Freundin des Sohnes als Gärtner in einer Baumschule in Heidenoldendorf. Die Beziehung der Eheleute hat jedoch offenbar Schaden genommen.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink erklärte Isa K. bei der Vernehmungen, dass sich seine Frau wegen eines anderen Mannes von ihm trennen wollte. "Dazu war er jedoch nicht bereit", sagt Höbrink. Im Wesentlichen habe der 49-Jährige zugegeben, seine Frau getötet zu haben – abgesehen von dem Abschnitt auf der Straße. Er gebe an, das Haus nicht verlassen zu haben. "Dafür gibt es aber zahlreiche Zeugen", betont der Oberstaatsanwalt.

Gestern Nachmittag wurde Isa K. dem Haftrichter vorgeführt und anschließend in Untersuchungshaft genommen. Die Obduktion bestätigte laut einer Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Detmold und Mordkommission, dass das Opfer an mehreren Messerstichen, vornehmlich gegen den Hals, gestorben ist. Das Messer, mit dem die Tat vermutlich begangen wurde, wurde im Rahmen der Ermittlungen sichergestellt.

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