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Kreis Lippe

Kreis Lippe nimmt an Pilotprojekt des Vereins "Buddy" teil

Eltern bei der Bildung unterstützen

Roman Rüdiger, Karl-Eitel John, Prof. Anne Sliwka, Landrat Friedel Heuwinkel und Bianca Tönebön (von links). - © Foto: Gröne
Roman Rüdiger, Karl-Eitel John, Prof. Anne Sliwka, Landrat Friedel Heuwinkel und Bianca Tönebön (von links). (© Foto: Gröne)

Kreis Lippe. Ein bundesweites Pilotprojekt startet der Kreis Lippe mit dem Family-Programm. Es soll Eltern bei der Bildung ihrer Kinder unterstützen.

Der Einfluss des Elternhauses auf die Schulerfolge ihrer Kinder ist laut Studien mehr als doppelt so groß wie der seitens der Bildungsanstalten. Der Verein "buddY e.V." mit Sitz in Düsseldorf - Hauptförderer ist die Vodafone-Stiftung - will Eltern mit einem neuen Projekt unterstützen. Start ist zunächst in Lügde und Schlangen.

"Der Erwerb von Bildungskompetenzen ist lebenslang wichtig", betonte Buddy-Geschäftsführer Roman Rüdiger. Vor allem sozial und ökonomisch benachteiligte Familien sollen mit dem Angebot erreicht werden und sie befähigen, Verantwortung für den Bildungserfolg ihrer Kinder zu übernehmen.

In Kooperation mit dem Kreisjugendamt und gefördert durch die Stiftung Standortsicherung des Kreises Lippe wird das Family-Programm über Grundschulen und Kindergärten vor Ort an die Familien herangetragen. "Wir qualifizieren dazu pädagogische Fachkräfte, die dann die Eltern begleiten", erklärte Landrat Friedel Heuwinkel bei der Vorstellung des Projekts im Kreishaus. Erzieher, Pädagogen oder auch interessierte Eltern werden im November oder Dezember über fünf Tage vom Verein geschult. Jeweils zwei der vier Begleiter pro Kommune leiten eine Elterngruppe über den Zeitraum der nächsten neun Monate. Etwa zehn Treffen sind für die Elterngruppen geplant. "Viele Eltern möchten ihren Kindern helfen, wissen aber nicht, wo und wie sie ansetzen können", sagt Karl-Eitel John, Fachbereichtsleiter Jugend, Familie und Zukunftsaufgaben beim Kreis.

Mittels verschiedener Themenbausteine können bei den Treffen Eltern etwas über ihre Vorbildrolle für das kindliche Lernen erfahren und motiviert werden, Alltagssituationen für die Bildung zu nutzen. Außerdem sollen sie Tipps bekommen, wie sie ihre Kinder beim Lernen fördern können. Außerdem geht es um Grundlagenwissen zu Ernährung, Bewegung und kindlichem Lernen. Der Start im Winter ist Absicht: Es geht insbesondere darum, Eltern beim Übergang vom Kindergarten zur Schule Hilfestellung zu geben.

Das Pilotprojekt, für das ein zeitlicher Rahmen bis Mai 2013 vorgesehen ist, wird von Professorin Dr. Anne Sliwka von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wissenschaftlich begleitet. Später könnten das Projekt auf andere Städte und Gemeinden ausgeweitet werden. Vertreter von Kommunen wurden am Freitag im Kreishaus über das Projekt informiert.

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