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Lage

Abiturientin schreibt ihren dritten Roman

Geschichten sollen leuchten

Lage. Mit sechs Jahren hat sie auf dem Lagenser Weihnachtsmarkt den „Pfefferkuchenmann“ vorgetragen. Heute, 13 Jahre später, hat Raven Elisabeth Dietzel mehr als 200 eigene Gedichte geschrieben. „Mein erstes würde ich heute allerdings niemandem mehr vorlesen“, nimmt die junge Frau lachend vorweg, bevor überhaupt jemand danach fragen kann. „Da war ich erst sieben Jahre alt“, schiebt sie fast entschuldigend hinterher. Den anderen Kindern, die in diesem Alter erst mit dem ABC beginnen, war Raven Elisabeth Dietzel bereits ein großes Stück voraus. „Mit Vier habe ich angefangen, mir das Lesen selbst beizubringen. Mein erstes Wort war der Markenname unseres Videorekorders“, weiß die 19-Jährige noch ganz genau. Der Wissensdurst wurde immer größer, aus einzelnen Wörtern wurden ganze Bücher.

„Irgendwann wurde mir bewusst, dass hinter jeder Geschichte ein Mensch steht, der sich das alles ausgedacht hat. Das hat mich dermaßen fasziniert, dass ich kurzerhand meinen Berufswunsch von Feuerwehrfrau in Schriftstellerin umänderte.“ Bei allem Humor, lässt Raven Elisabeth Dietzel keinen Zweifel daran, wie ernst es ihr damals war und heute noch ist. Das Abitur seit dem Sommer in der Tasche, hat sie sich ein Jahr Auszeit zum Schreiben genommen. Nach zahlreichen Gedichten und vielen Geschichten, wovon einige bereits in kleineren Verlagen veröffentlicht worden sind und zwei Romanen, sei die Zeit reif für einen dritten.

„Nach einer eher blutrünstigen Anfangsphase und Ausflügen in Richtung Fantasy und Science-Fiktion geht es inzwischen mehr Richtung Lebensrealität, meine eigenen Erfahrungen fließen immer mit ein“, verrät die Jung-Autorin, die sich mit Liegestützen, Boxen und Fechten einen Ausgleich zum Arbeiten am Laptop schafft. „14 Stunden am Stück schreiben, das ist bei mir keine Seltenheit. Am liebsten in meinem Bett.“ Auch wenn es nächstes Jahr ins Studium geht, - „voraussichtlich Psychologie, da kann ich meine Charaktere noch tiefgründiger gestalten“- will sie ihren Traum nicht aufgeben. Immer mit dem Ziel vor Augen: „Meine Geschichten sollen bei den Lesern ein inneres Leuchten hinterlassen.“

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