Lage. Er bezeichnet sich als Weltenbummler, aber als ein ganz besonderer. Im Gegensatz zu anderen setzt Dr. Christoph Socha (42) bei seinen Reisen durch die Welt nämlich nicht auf Bequemlichkeit und Komfort. Die über 7000 Kilometer lange Reise von Lippe bis zum Himalaya hat er auf dem "Bock", im Sattel seiner Suzuki "V-Strom DL 1000", zurückgelegt.
Erst in diesen Tagen ist sein Gefährt, das die gesamte Strecke fast pannenfrei überstanden hat, per Luftfracht zurück in den "Heimathafen" nach Lage gekehrt. Bei der Firma "Pagel und Meier" hat Dr. Socha seine Maschine wieder in Empfang genommen und auf die glückliche Rückkehr mit einem Gläschen Sekt angestoßen. "Früher als junger Student habe ich mich ein halbes Jahr ausgeklinkt, um in der Welt Land und Leute kennenzulernen. Heute als Allgemeinmediziner und Notarzt habe ich leider nicht mehr soviel Zeit", erklärt Dr. Socha, der die Fahrt von hier bis zum höchsten Gebirge der Welt in knapp fünf Wochen schaffte.
Sein Ziel war es, bis an den Fuß des Nanga Parbat zu kommen. Sein langgehegter Wunsch sollte in Erfüllung gehen, doch, bevor er die grandiose Bergkulisse mit eigenen Augen sehen konnte, musste er unzählige Strapazen voller Gegensätze in sengender Hitze und eisiger Kälte überstehen. "Und ungefährlich war das Ganze auch nicht. Schließlich ist die Region Afghanistan und Pakistan, die ich durchqueren musste, nicht die allerruhigste", so der Arzt.
Teilweise wurde der 42-Jährige von Sicherheitskräften eskortiert, die eigens für Durchreisende zur Verfügung gestellt werden. "Ganz wohl war mir nicht, als wir in einer Wüstengegend in Belutschistan Stopps in Höhlen einlegten", erinnert er sich. Im Grenzgebiet zwischen dem Iran, Afghanistan und Pakistan herrscht seit Jahren ein blutiger Konflikt zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.
Die einzige Panne ereignete sich in mitten im Gebiet der Taliban. "Mit einem Mal blieb die Maschine stehen, obwohl noch genug Benzin im Tank war." Doch auch jetzt behielt Dr. Socha die Nerven. Er packte seinen Laptop aus, auf dessen Festplatte das komplette technische Handbuch für die Suzuki abgelegt war. So konnte er die Benzinpumpe und den -filter selbst ausbauen, reinigen und wieder einsetzen. Ein Glücksgefühl durchströmte den Mediziner, als der Motor nach der Reparatur sofort wieder ansprang. Sogar minderwertiges Benzin, das nicht der vorgeschriebenen Oktanzahl entsprach, verkraftete der Antrieb ohne Murren. Nerven behielt Dr. Christoph Socha auch, als es auf pakistanischen Straßen in Richtung Himalaya ging. "Es wird trotz Gegenverkehr überholt, hat jemand eine Panne, lässt er sein Fahrzeug einfach mitten auf der Straße stehen", so Dr. Socha. Immer müsse man höllisch aufpassen, um nicht zu verunglücken. Für all seine Mühen wurde er belohnt, als er auf dem "Karakorum Highway" die Spitzen der gewaltigen schneebedeckten Berge sah. "Ein unbeschreiblicher Eindruck, man muss ihn selbst erlebt haben."
Einen solchen Menschen wie Dr. Christoph Socha hält es nicht lange zu Hause. Der Arzt plant schon die nächste Expedition mit dem Motorrad. Ihr Ziel: Nepal.