Tatverdächtiger in Haft: Anwohner werfen Steine auf Polizisten

Erol Kamisli

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20 Polizisten sind bei einem Angriff in Lage angegriffen worden. - © picture alliance
20 Polizisten sind bei einem Angriff in Lage angegriffen worden. (© picture alliance)

Lage. Sie wurden beschimpft, bespuckt sowie mit Pflastersteinen und Baseballschlägern angegriffen – pure Gewalt haben lippische Polizeibeamte bei einem Routineeinsatz bereits am 30. November in Lage erlebt. Die Polizei hat nun einen Tatverdächtigen festgenommen und sucht weiter nach Zeugen.

Insgesamt 20 Beamte waren vor Ort, weil sich die vorwiegend aus Osteuropa stammenden Hausbewohner mit Beleidigungen und Einsatz von Schlaggegenständen gegen eine Überprüfung der Personalien wehrten. Ein Beamter wurde durch einem Würgeangriff verletzt, mehrere Hausbewohner kamen in Haft – gegen sie laufen Anzeigen wegen Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung.

Nur wenige Minuten vor dem "Gewaltausbruch" sei der Polizei telefonisch gemeldet worden, dass eine Frau von mehreren Männern ins das Lagenser Wohnhaus gezerrt wurde, sagt Cord Römisch, Dienstgruppenleiter in der Leitstelle der Kreispolizeibehörde. „Kaum waren die Kollegen vor Ort, wurden sie mit Flaschen und Pflastersteinen, die aus den Hausfenstern flogen, begrüßt", so Römisch. Mindestens einer der Bewohner habe die Beamten mit einem Baseballschläger bedroht. „Als meine Kollegen die beiden Haupttäter verhaftet haben, sind andere Bewohner eingeschritten und wollten die Verdächtigen befreien", sagt Römisch.

Erst durch weitere Polizisten, die nach Lage geschickt worden seien, sei eine Eskalation verhindert worden. Bei der anschließenden Durchsuchung des Hauses seien keine Hinweise auf eine Frau, die zuvor gewaltsam ins Haus gezerrt wurde, gefunden worden. Alle Bewohner hätten geschwiegen.

Solch "extreme Gewaltausbrüche" seien in Lippe noch die Ausnahme. Doch die Respektlosigkeit gegenüber den Polizisten in der täglichen Arbeit, etwa bei Routineeinsätzen wie der Schlichtung von Streitigkeiten oder bei Kontrollen, stiegen von Jahr zu Jahr. „Oft kommen die verbalen und körperlichen Angriffe überraschend und wirken sich auch auf die Psyche der Beamten aus", so Römisch. Die Gewalt pralle nicht an der Uniform ab.

Mittlerweile ist einer der drei mutmaßlichen Haupttäter dem Haftrichter vorgeführt worden, der die sofortige Untersuchungshaft anordnete. Das KK Bad Salzuflen sucht nun Zeugen, die das Geschehen vor Ort beobachtet haben. Insbesondere werden die Zeugen gebeten sich zu melden, die etwas dazu sagen können, wann und wie die Frau ins Haus gezerrt wurde. Hinweise bitte unter Tel. 05222-98180.

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