Lage-Hardissen. Am Mittwochabend ist ein Strohlager an der Lemgoer Straße in Lage-Hardissen abgebrannt, das hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Gegen 21.50 Uhr ging der Notruf ein – die Leitstelle in Lemgo alarmierte die Einsatzkräfte. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden. In der Reithalle, die von den Flammen bedroht wurde, standen zu diesem Zeitpunkt fünf Pferde. „Wir haben dann vorsichtig die Tür aufgemacht. Da war aber drinnen von dem Brand noch nichts zu merken. Es war auch kein Rauch drin. Dann konnten wir die Tiere rausbringen und in andere Ställe stellen“, berichtet Hofbesitzerin Frauke Bökhaus. Die Pferde hätten von dem Feuer kaum etwas mitbekommen und konnten problemlos aus der Halle gebracht werden. Die Flammen begannen auf eine Reithalle mit Stallungen überzugreifen, als die Feuerwehr eintraf. „Wir haben aus dem Inneren der Halle ein Übergreifen der Flammen verhindert“, schildert der Sprecher der Lagenser Feuerwehr, Andreas Diekmann. Die Besitzer des Hofs brachten das schwer zu löschende Stroh nach und nach auf ein angrenzendes Feld, wo es gezielt abgelöscht werden konnte. „Das war sehr hilfreich“, so Diekmann weiter. Schlimmeres verhindert In der Halle selbst befindet sich ein Strohboden, der zum Brandzeitpunkt nicht genutzt wurde. Das scheint ein großes Glück gewesen zu sein. „Wäre der voll gewesen, dann wären wir wohl jetzt noch dort“, erklärte Diekmann am Donnerstagnachmittag. Offenbar war die Feuerwehr genau rechtzeitig vor Ort. Hätte das Feuer nur etwas länger unentdeckt gebrannt, wäre das Ganze schlimmer ausgegangen. Doch der Brand war gleich mehreren Personen aufgefallen. Frauke Bökhaus wurde von einem befreundeten Jäger auf das Feuer aufmerksam gemacht, der die Rauchentwicklung von seinem Hochsitz aus gesehen hatte. Ein Passant habe zudem an der Haustür geklingelt und zuvor die Feuerwehr alarmiert. Sie selbst hatte da schon ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen: „Wir hatten gehört, das es irgendwo knallt wie Silvesterfeuerwerk und waren schon ans Fenster gegangen“, berichtet sie. Als ihr klar wurde, dass das Feuer auf ihrem Hof brannte, handelte Bökhaus sofort. „Wir sind dann alle rausgegangen.“ Brandstiftung möglich Die Polizei schließt eine vorsätzliche Brandstiftung nicht aus. Welche Anzeichen darauf hindeuten, legt Polizeisprecherin Dr. Laura Merks aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht offen. Auch Frauke Bökhaus kann sich bisher nicht erklären, wie es zu dem Brand gekommen ist. Sie selbst und verschiedene Bekannte hätten sich noch kurz vor dem Ereignis in der Nähe aufgehalten. Am Strohlager habe es keine elektrische Beleuchtung gegeben. Außer den Knallgeräuschen habe sie nichts Außergewöhnliches bemerkt. „Wir sind froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist, dass wir die Tiere rausgekriegt haben und das Feuer in kurzer Zeit im Griff war.“ Insgesamt waren mehr als 60 Kräfte im Einsatz – aus Lage, Kachtenhausen, Heiden, Pottenhausen und Lemgo. Auch der Bevölkerungsschutz, Rettungsdienst und die Polizei waren vor Ort. Die Löscharbeiten zogen sich bis in die Morgenstunden. Die Lemgoer Straße blieb zwischen dem Ortsausgang und dem Bahnübergang gesperrt. Die Polizei sucht nach Zeugen: Wer Hinweise auf die Brandursache geben kann oder verdächtige Personen beobachtet hat, möge sich bitte Kriminalkommissariat 1 melden, Telefon 05231 6090.