Lage. Die Mordkommission „Gericht“ wendet sich mit weiteren Details zu den Ermittlungen rund um den Brand eines Mehrfamilienhauses in der Gerichtsstraße an die Öffentlichkeit. Wie berichtet, war dort in der Nacht auf den 7. September ein Feuer im Dachgeschoss ausgebrochen. Verletzt wurde niemand, weil aber schon kurz danach Brandstiftung als Ursache vermutet wurde und sich Personen zum Zeitpunkt des Brandes im Gebäude aufhielten, wird seitdem wegen eines versuchten Tötungsdelikts und vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt. Direkt nach dem Brand konnte von den Kriminalbeamten aus Lippe und Bielefeld bereits ein tatverdächtiger 20-Jähriger festgenommen werden, der kurze Zeit später aber schon wieder freigelassen wurde. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich nicht erhärtet, hieß es dazu. Jetzt liegen Polizei und Staatsanwaltschaft allerdings neue Hinweise vor, heißt es in einer zweiten Pressemitteilung. So sei kurz nach Ausbruch des Feuers gegen 2.50 Uhr eine Person dabei gesehen worden, wie sie sich fluchtartig vom Haus in Richtung Hellmeyerstraße entfernte. Dabei handele es sich mutmaßlich um einen Mann. Familie wohnte im Obergeschoss Bei dem Feuer vor gut vier Wochen entstand ein Sachschaden von rund 750.000 Euro. Dach- und Obergeschoss brannten vollständig aus. Rund 60 Einsatzkräfte waren bis in den Morgen mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die waren allerdings nur von außen möglich, weil das Treppenhaus akut einsturzgefährdet war, erklärte Carlos Hummerjohann, Pressesprecher der Lagenser Feuerwehr. Am Mittag darauf musste die Feuerwehr erneut zu Nachlöscharbeiten ausrücken. Glücklicherweise waren die Bewohner der oberen Etagen zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause. Ein 18-Jähriger aus einer Erdgeschosswohnung hatte die Feuerwehr alarmiert und mitgeteilt, dass er zuvor noch im Obergeschoss gewesen sei, um die dort wohnende siebenköpfige Familie zu warnen, aber niemanden habe antreffen können. Weil das Haus während der Löscharbeiten nicht betreten werden konnte, war zunächst allerdings unklar, ob sich noch Personen im Inneren aufhielten. Die Gerichtsstraße war auch am Tag darauf noch im Bereich Sparkasse voll gesperrt, weil das Dach des Gebäudes einsturzgefährdet war. Das Technische Hilfswerk entfernte es kurze Zeit später mit einem Teleskoplader und einem Kran. Bei der anschließenden Begehung durch die Brandermittler kam auch ein Spürhund zum Einsatz. Auch das Ordnungsamt der Stadt war vor Ort, um den Bewohnerinnen und Bewohnern gegebenenfalls Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Dringend Zeugen gesucht Trotz Hinweisen auf eine Brandstiftung, woraufhin sich die Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Moritz Rawe gegründet hatte, sei auch nach Hinzuziehung eines Brandsachverständigen die Brandursache nicht abschließend geklärt, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft. Auch ein technischer Defekt könne nach wie vor nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Mordkommission in Bielefeld bittet weiter um Hinweise, vor allem zu der geflüchteten Person, unter Tel. (0521) 5450.