Stadion trägt Namen von Carl-Heinz Reiche

Unternehmer für den Sportstättenbau engagiert: Stadtrat stimmt für Umbenennung

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Umbenannt: Das Stadion am Werreanger trägt künftig den Namen von Carl-Heinz Reiche, der im vergangenen Jahr gestorben ist. Foto: Becker
Umbenannt: Das Stadion am Werreanger trägt künftig den Namen von Carl-Heinz Reiche, der im vergangenen Jahr gestorben ist. Foto: Becker

Von Wolfgang Becker

Der Stadtrat hat das Stadion am Werreanger umbenannt. Künftig trägt es den Namen von Carl-Heinz Reiche, dem langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins für Freizeit, Kultur und Sport.

Lage. Dies entschied der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit großer Mehrheit. Vier Mitglieder enthielten sich. "Der Name 'Stadion am Werreanger' hat sich eingeprägt. Man sollte überlegen, ob man so etwas heraus reißt", gab Otto Lücke, Ratsmitglied von der FWG, zu bedenken.

Carl-Heinz Reiches Verdienste sind vielfältig. Er war es, der Lages Ruf als "Stadt des Sports" begründete. Aus einer Vorlage der Verwaltung gehen die Leistungen des im vergangenen Jahr im Alter von 83 Jahren Verstorbenen hervor. "Als Vorsitzender und Gönner des Fördervereins hat er Akzente für die kulturelle und sportliche Weiterentwicklung seiner Heimatstadt gesetzt." Speziell für die Sportanlagen am Werreanger hat der Förderverein 1,8 Millionen Mark an Mitteln bereitgestellt. Von 1976 bis 1977 erfolgte der Bau des Stadions, 1982 bis 1983 der Bau der Tribünen, 1983 die Renovierung der Laufbahn, 1990 der Bau der Sitzgelegenheiten für die Tribüne, im selben Jahr der Bau der Sporthalle II und 1991 die Erweiterung der Laufbahnen, um sie internationalem Standard anzupassen.

Viele gesamtdeutsche Wettkämpfe in Lage

Carl-Heinz Reiche war Mitinitiator und Mitorganisator vieler internationaler und nationaler Wettkämpfe in Lage. So wurden hier unter anderem 21 Deutsche Meisterschaften, acht Länderkämpfe, ein Europa-Cup der Mehrkämpfer und etliche Westfalenmeisterschaften veranstaltet. Der Unternehmer (Automobilzulieferer Reiche in der Gasstraße) galt als unermüdlicher Motor des Sports. Die Stadt verdankt ihm viel: Ohne Carl-Heinz Reiche gäbe es kein Stadion am Werreanger, keine LG Lage-Detmold und keine Förderung von Kultur und Sport.

Am 2. März 2009 starb der Unternehmer und Mäzen wenige Tage nach seinem 83. Geburtstag in seinem österreichischen Domizil. Noch heute ist er vielen Vorbild - nicht nur Sportlern, sondern auch Politikern sowie Kollegen und Freunden aus der Unternehmerschaft. Über 40 Jahre versah der frühere Inhaber der Firma Reiche das Amt eines ehrenamtlichen Richters beim Arbeitsgericht. Fast ebenso lang war er Vorsitzender des Vereins für Freizeit, Kultur und Sport und Präsident der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Lage-Detmold. Zudem war er unter anderem Vizepräsident der IHK Lippe und Mitglied des CDU-Wirtschaftsrates. Angesichts seiner vielfältigen Leistungen wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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