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Lage

Gabriele Drögemeier (47) ist die erste Marktmeisterin in Lage

"Hier darf man nicht schüchtern sein"

Die neue Lagenser Marktmeisterin Gabriele Drögemeier stärkt sich am frühen Morgen am Stand von "Meister Grämmel". - © Foto: Castrup
Die neue Lagenser Marktmeisterin Gabriele Drögemeier stärkt sich am frühen Morgen am Stand von "Meister Grämmel". (© Foto: Castrup)

Lage. Premiere auf dem Lagenser Wochenmarkt: Der neue Marktmeister für den Dienstag ist eine Frau. Als einzige Bewerberin hat sich Gabriele Drögemeier den Posten gesichert. Die 47-Jährige, die mit Mann und Sohn in Bad Salzuflen-Holzhausen lebt, übernahm diese Tätigkeit von Heinrich Brink, der in Ruhestand ging. Gebürtig stammt sie aus Bielefeld und ist gelernte Einzelhandelskauffrau.

Frau Drögemeier, was hat Sie an dem Job als Marktmeisterin gereizt?

Gabriele Drögemeier: Die frische Luft und die vielen netten Menschen. Ich habe die Stellenanzeige der Deutschen Marktgilde vor einigen Wochen gelesen und sofort gedacht: das ist es, das machst du.

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Geschick ist gefragt:
Kommunikation ist das A und O im Beruf eines Marktmeisters oder einer Marktmeisterin. "Es wird immer mehr Wert auf einen perfekten Umgang mit den neuen Medien gelegt", sagt Kai Even, Geschäftsführer der zuständigen Niederlassung Lübbecke der Deutschen Marktgilde. Auch für den Umgang mit den Beschickern müsse man ein Händchen haben. (be)

Bisher gilt der Markt hier in Lage eher als Männerdomäne. Glauben Sie, es könnte schwierig werden, hier als Frau akzeptiert zu werden?

Drögemeier: Ja, da mache ich mir gar keine Illusionen. Klar werde ich es am Anfang wahrscheinlich etwas schwerer haben, die Leute müssen sich erst an die Tatsache gewöhnen, jetzt eine Frau vor sich zu haben. Aber ich werde versuchen, gut zu kommunizieren. Zum Glück bin ich nicht auf den Mund gefallen (lacht). Hier darf man nicht schüchtern sein.

Wie war Ihr erster Arbeitstag?

Drögemeier: Überwältigend, ich habe ohne Ende Hände geschüttelt. Alle haben mich sehr nett begrüßt. Ich war erstaunt, wie viel hier geklatscht und getratscht wird. Ein typischer Kleinstadtmarkt eben. Zum Glück begleitet mich mein Kollege Wolfgang Przyborowski die ersten Wochen, stellt mich vor und erklärt mir alles.

Was gehört alles zu den Aufgaben einer Marktmeisterin?

Drögemeier: Für Ordnung zu sorgen. Das heißt unter anderem: die Rettungswege müssen frei gehalten werden, die Stromversorgung muss stimmen. Die Leute dürfen nicht über wild verlegte Kabel stolpern, die Beschicker müssen ihre Stände sauber halten. Ich kassiere die Standgelder und bin den ganzen Markttag über als Ansprechpartnerin vor Ort.

Mitten im Winter bei Minusgraden anzufangen, da wird man wohl gleich auf die ganz harte Probe gestellt?

Drögemeier: Das stimmt. Ich wäre früher nie auf die Idee gekommen, bereits morgens um acht Uhr eine heiße Wurst zu essen.

Obst, Gemüse, Backwaren, Fisch und Fleisch: Das Angebot am Dienstag ist im Vergleich zu freitags noch ausbaufähig. Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Drögemeier: Mein Ziel ist, dienstags mehr örtliche Händler nach Lage zu bekommen, um den Markt zu erweitern. Dafür werde ich potenzielle Kandidaten nach und nach direkt ansprechen.

Das Interview führte LZ-Mitarbeiterin Sandra Castrup.

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