Lemgo. Kaum nähern sich die Arbeiten an der Großbaustelle Pöstenweg dem Ende, muss dort erneut gebuddelt werden. Wegen einer Störung an einer Fernwärmeleitung haben die Stadtwerke gestern Nachmittag ein zwei Meter tiefes Loch an der Einmündung Holztwete ausheben lassen.
Die Stahlleitung habe einen Riss. „Diesen Schaden wollen wir möglichst schnell beheben", erklärte Stadtwerke-Chef Arnd Oberscheven im LZ-Gespräch. Betroffen von dem Defekt waren seinen Angaben nach die Häuser zwischen Pöstenweg und Bismarckstraße. Eine Zeit lang vermochten die Wärmetauscher in den Gebäuden noch sicher zu stellen, dass die Besitzer nicht in der Kälte sitzen und auf warmes Wasser verzichten mussten. Doch dann war klar: Die Arbeiten dauern länger. Der Defekt sei ungünstig an der Unterseite der Leitung aufgetreten und somit schwer zu erreichen, so Oberscheven.
Am Mittwochnachmittag fingen die Stadtwerke daher an, Heizlüfter an die betroffenen Familien zu verteilen, wie Oberscheven ausführte. Zudem war es den Betroffenen erlaubt, im Freizeitbad „Eau-Le" kostenlos zu duschen. Bei Redaktionsschluss zeigten sich die Stadtwerke zuversichtlich, die Reparaturen noch am Mittwochabend zu schaffen.
Was den Schaden verursacht hat, stand zunächst nicht fest. Ob er zum Beispiel durch einen Materialfehler oder äußere Einwirkungen entstanden ist, sei unklar, sagte Oberscheven. Die weiteren Arbeiten, etwa das Schließen des Baggerlochs und die Erneuerung des Pflasters, sollen voraussichtlich noch bis zum morgigen Freitag dauern.
Für Marc Ehlenbröker dürfte die erneute Panne Wasser auf die Mühlen sein. Seinen Ärger über den Ablauf der Gesamt-baumaßnahme am Pöstenweg ließ der Anwohner im Gespräch mit der LZ raus: „Es ist unglaublich, wie lange sich die Maßnahme hingezogen hat", schimpft der Lemgoer. Die Kommunikation mit der Stadt und der Baufirma sei zudem desaströs gewesen.
Anlieger beklagt Einschränkungen
Als Familie mit zwei kleinen Kindern habe er darum gebeten, mit einer Woche Vorlaufzeit informiert zu werden, falls er nicht mit dem Auto in seine Einfahrt komme. Dazu komme, dass er von Zeit zu Zeit Möbel für Ferienwohnungen auf Usedom in den Transporter laden müsse. Dann sei er darauf angewiesen, den Wagen am Haus zu parken. „Würden Sie Möbel im Wert von Tausenden Euro irgendwo rumstehen lassen?", fragt Ehlenbröker. Dennoch sei seine Einfahrt von einem Tag auf den anderen dicht gewesen. Zudem ärgert sich Ehlenbröker über den „katastrophalen Zustand der Straße während des Baus". Im Badezimmer seien durchs Zertrümmern von Beton Fliesen gerissen.
Für Markus Baier, Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung und Bauen, ist klar: Kurzfristige Änderungen im Bauablauf lassen sich bei einer solch umfangreichen Maßnahme nicht vermeiden. „Wir reden über eine Straße, in der viele Kabel verlaufen – dazu kommen die Anschlussleitungen zum Umschaltwerk und Fernwärmenetz der Stadtwerke", unterstreicht Baier. Er könne zwar verstehen, wenn sich Bürger über Einschränkungen ärgerten, doch Stadt und Firmen hätten ihr Möglichstes getan. „Wir haben uns bemüht, jeden Wunsch zu erfüllen", erklärt Markus Baier.