Bund gibt grünes Licht für die Nordumgehung in Lemgo

Bund stellt Verkehrswegeplanung für 2030 vor

Thomas Reineke und Seda Hagemann

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- © Straßen NRW / Brettmeier
Nordumgehung in Lemgo (© Straßen NRW / Brettmeier)

Berlin/Kreis Lippe. Der am Mittwoch in der Hauptstadt vorgestellte Bundesverkehrswegeplan gibt auch die Richtung für wichtige lippische Straßenbauprojekte vor. Im "vordringlichen Bedarf" werden der nördliche Teil der Westumgehung von Lemgo, der Ausbau der B 239 bei Bad Salzuflen, die Umgehungen von Lage und Barntrup sowie die Neugestaltung der Scherenkrug-Kreuzung (B 66) in Asemissen eingestuft.

Wie geht es weiter? Bei dem am Mittwoch von Verkehrsminister Alexander Dobrindt vorgelegten Bundesverkehrswegeplan 2030 (der letzte stammte aus 2003) handelt es sich aktuell um einen Entwurf, der jetzt in eine sechswöchige Offenlegungsphase geht. Anschließend werden die eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet. Danach muss der Plan noch vom Bundestag beschlossen werden. Für das weitere Vorgehen kommt es darauf an, in welchem planerischen Status sich das jeweilige Projekt befindet. Hier eine Übersicht.

Nördlicher Teil der Westumgehung von Lemgo (vordringlicher Bedarf): Für den rund 3,2 Kilometer langen Lückenschluss zwischen dem heutigen Ende der Westumgehung bis zur alten Trasse der B 238 oberhalb des Klinikums liegt ein nahezu fertiger Plan vor. Nach dem Bundestagsbeschluss zum Verkehrswegeplan liegt der Ball beim Land NRW, das seinen Landesbetrieb Straßenbau ("Straßen.NRW") beauftragen müsste, den Entwurf der Trasse für ein Planfeststellungsverfahren vorzubereiten. Dieses würde von der Bezirksregierung eröffnet und sicher mehr als ein Jahr dauern. Gegen den Planfeststellungsbeschluss kann geklagt werden.

Ortsumgehung von Hohenhausen (vordringlicher Bedarf): Für die Umgehung gibt es Pläne, die aber noch nicht so weit sind wie die für die Nordumgehung von Lemgo. Bereits fertiggestellt ist die Umgehung von Langenholzhausen im weiteren Verlauf der B 238. Der sieben Millionen Euro teure Abschnitt ist 2011 freigegeben worden.

Scherenkrug-Kreuzung in Asemissen (vordringlicher Bedarf): Für die kreuzungsfreie Neugestaltung der B 66 kurz vor der Grenze zu Bielefeld besteht Baurecht. Die Arbeiten für das 17 Millionen Euro teure Projekt sollen 2017 starten.

Ortsumgehungen von Helpup und Kachtenhausen: Beide Projekte entlang der B 66 finden sich nicht im Bedarfsplan wieder und haben damit praktisch keine Realisierungschancen mehr.

Ortsumgehung von Barntrup (vordringlicher Bedarf): Die sechs Kilometer lange neue Straße nördlich von Barntrup ist bereits planfestgestellt. Die Kosten sollen 26 Millionen Euro betragen. Baubeginn könnte Ende dieses Jahres beziehungsweise Anfang 2017 sein.

Ortsumgehung von Selbeck (vordringlicher Bedarf): Das Verbindungsstück von der Ostwestfalenstraße bei Großenmarpe bis zur neuen Ortsumgehung von Barntrup ist in der Planung.

Ortsumgehungen von Herrentrup und Istrup (vordringlicher Bedarf): Beide Umgehungen im Zuge der B 1 bei Blomberg befinden sich in der Planung.

B 239 neu von der A2 bis zur Umgehung von Lage (vordringlicher Bedarf): Die in mehreren Abschnitten geplante "neue" Anbindung an die Autobahn ist in der Planung. Im Planfeststellungsverfahren ist der Abschnitt von der Ostwestfalenstraße bis zur Kreisstraße 4. Die Gesamtkosten des 17 Kilometer langen Abschnitts sollen 100 Millionen Euro betragen.

B 66 neu von Lage nach Lemgo (weiterer Bedarf): Die Verlängerung der Ortsumgehung von Lage würde von der B 239 im Süden der Zuckerstadt weiter in Richtung Osten bis zur Westumgehung von Lemgo (B 238 neu) führen. Dieser fünf Kilometer lange und gut 12 Millionen Euro teure Abschnitt, der einmal die B 66 alt über Hörstmar ablösen soll, befindet sich ebenfalls in der Planung, ist aber jetzt in der Kategorie "weiterer Bedarf" gelandet und wird somit hintenangestellt.

Der lippische Bundestagsabgeordnete Cajus Caesar wertet die Einstufung der lippischen Projekte im Bundesverkehrswegeplan als Erfolg. Der Einsatz seines Kollegen Heinrich Zertik und von ihm trage Früchte. In zahlreichen Gesprächen zwischen den Abgeordneten und Minister Dobrindt sei auf die überregionale Bedeutung der angemeldeten Straßenbaumaßnahmen hingewiesen worden. Aufgenommen würden nur solche Projekte, die ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis aufweisen. Neu sei auch, so das Ministerium, dass es sich nicht um eine "Wünsch-dir-was- Liste" handele, sondern der Bund den Ausbaubedarf anerkenne und die Maßnahmen auch finanzieren könne.

"Die Nordwestumgehung von Lemgo schließt im Zuge des Ausbaus der B 238 einen Engpass von der A 2 bei Bad Eilsen bis zur Ostwestfalenstraße", freut sich Caesar. "Viele Jahre habe ich mich gemeinsam mit Bürgern und Verantwortlichen vor Ort dafür eingesetzt, dass gerade die Lärmbelästigung in der Lemgoer Innenstadt entscheidend gemindert wird. Aber auch die Maßnahmen der B 239 bei Bad Salzuflen, Lage und der B 66 in Asemissen und Barntrup sind im "vordringlichen Bedarf" verankert und werden künftig den Verkehrsfluss deutlich erhöhen", so Caesar.

Mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan werden die Weichen bis 2030 gestellt. "Jedes Projekt, das jetzt nicht berücksichtigt ist, wird kaum eine Chance haben, in den nächsten 15 bis 20 Jahren gebaut zu werden. Deshalb ist es so wichtig, die lippischen Projekte zu platzieren", wird Caesar abschließend in der Pressemitteilung zitiert.

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