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Wolfgang Jägers Herz schlägt für die alte Hansestadt

Lemgo. Wenn bei Wolfgang Jäger das Telefon klingelt, dann ist auch schon mal die Beleuchtung am Bahnhof kaputt oder ein Anwohner beschwert sich über zu viele Hundehaufen. Der Geschäftsführer von Lemgo Marketing hat eben für alle ein offenes Ohr – und ist in Lemgo bekannt wie ein bunter Hund.

„Das ist nicht immer einfach, wenn ich durch die Stadt gehe – vor allem weil ich mir so schlecht Namen merken kann“, gesteht der 58-Jährige mit einem Augenzwinkern. Dennoch: Es sei auch ein gutes Gefühl, von den Lemgoern geschätzt zu werden.

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Vier Antworten
1. Ich bin derzeit sehr zufrieden, weil...

es mir gesundheitlich gut geht.

2. Gegenwärtig läuft es bei uns gut, weil...
weil alle Projekte und Veranstaltungen des vergangenen Jahres gut bis sehr gut gelaufen sind.

3. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass...
ich das Leben weiterhin mit viel Liebe, Genuss und Leidenschaft genießen kann.

4. Meine Mittagspause verbringe ich...
sehr unterschiedlich – und manchmal vergesse ich sie sogar.

Seit 1999 ist Jäger Geschäftsführer von Lemgo Marketing. Sein Büro und die seiner vier Stammmitarbeiter sind direkt an das Tourismus-Büro in der Kramerstraße angeschlossen, denn: „Tourismus-Büro und Lemgo Marketing – das gehört einfach zusammen“, erklärt Jäger. Das war nicht immer so. Als der Diplom-Betriebswirt nach zehn Jahren in Bad Salzuflen 1999 in Lemgo anfing, musste er erst mal Abstriche machen. Denn in der Salzestadt war er Geschäftsführer des Touristikbüros sowie Marketingleiter der Staatsbad GmbH gewesen. Und hatte das nach eigenen Aussagen „schönste Büro der Stadt“ – inklusive Traum-Ausblick.

Im Wippermannschen Haus durfte er sich zehn Quadratmeter mit einer Kollegin teilen. Immerhin gab es eine Fensterluke. „Die Beine durfte man aber nicht ausstrecken“, erinnert sich Jäger schmunzelnd zurück. Kurze Zeit später erfolgte der Umzug an den Marktplatz – und 2003 aus erneutem Platzmangel in die heutigen Räume in der Kramerstraße. Auf 20 Quadratmeter mag es Jäger in seinem eigenen Büro schlicht und klassisch. Moderne Möbel? Fehlanzeige. „Das ist mein allererster Schreibtisch – der tut es immer noch.“

Ein bisschen Dekoration ist trotzdem erlaubt: Ein großes Bild ziert die eine Wand, eine riesige Grünpflanze steht in der Ecke und ein Foto seiner Kinder auf dem Schreibtisch. Nur seine Frau Nicole ist nirgends zu sehen. „Aber ich brauche ja auch kein Foto – sie kommt sowieso alle fünf Minuten in mein Büro“, verrät Jäger. Denn: Sie ist auch seine Kollegin bei Lemgo Marketing – und war seine allererste Auszubildende.

Was sonst auf Jägers Schreibtisch definitiv nicht fehlen darf – stilles Wasser, ein Bleistift und sein Terminkalender. „Der Laptop ist zwar auch nötig. Aber ich bin eben ein Papiermensch“, erklärt der 58-Jährige. Ein Papiermensch, dem Lemgo am Herzen liegt. Das zeigt zumindest das große Lebkuchenherz an der Wand, das mit dem Eiswelt-Slogan verziert ist. „Was wir gemeinsam mit der Stadt in den letzten Jahren geleistet haben – an Gastronomie, Geschäften und Veranstaltungen – das macht schon stolz“, betont Jäger, dem schon in jungen Jahren klar war: „Ich will organisieren“. Damit er dabei immer den Überblick behält, sind ein Luftbild der alten Hansestadt sowie ein Katasterplan unabdingbar.

Seine Bürotür ist übrigens immer geöffnet – denn der Geschäftsführer will transparent sein, bei dem was er tut. Zu verheimlichen hat er nichts. Und: Bei ihm gilt das Motto „Arbeit schadet nicht – und Anwesenheit ist keine Leistung“. Sowohl im Büro als auch bei Veranstaltungen darf sich niemand zu schade sein, tatkräftig mit anzupacken. „Das gehört dazu.“ Nicht umsonst wurde Jäger 2002 zu „Deutschlands bestem Citymanager“ gewählt – gemeinsam mit dem „Mittelstandspreis Lippe 2008“ einer der wenigen Deko-Artikel, die bei Jäger auf der Fensterbank – mit Blick auf das Wippermansche Haus – zu finden sind.

Nimmt die Arbeit doch mal überhand, gönnt sich der Dortmund-Fan Ruhe. Am liebsten bei einem Fußballspiel seines Vereins. Doch der „Carpe Diem“-Schriftzug an seiner Bürotür verrät auch: Jäger ist ein Genussmensch. „Abschalten funktioniert am besten in einem Restaurant am Strand – auf Lanzarote oder Fuerteventura“, schwärmt er. Dort ein Zweitwohnsitz – das wäre sein Traum. Demnächst wird er aber erst mal von Bad Salzuflen nach Lemgo ziehen. Innenstadtnah natürlich. „Hier kenne ich die Menschen – hier fühle ich mich einfach zu Hause.“

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