Ein Refugium für automobile Schätze in Lemgo

Tanja Watermann

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Klassische Schönheit: Für Klaus Wehrmann (70) üben die Oldtimer eine große Faszination aus. 15 der wertvollen historischen Autos haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg zu ihm gefunden, wie dieses Jaguar MK4 Cabriolet, das bei der Eröffnung des Oldtimer-Parks von den vielen Besuchern genau betrachtet wurde. - © Tanja Watermann
Klassische Schönheit: Für Klaus Wehrmann (70) üben die Oldtimer eine große Faszination aus. 15 der wertvollen historischen Autos haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg zu ihm gefunden, wie dieses Jaguar MK4 Cabriolet, das bei der Eröffnung des Oldtimer-Parks von den vielen Besuchern genau betrachtet wurde. (© Tanja Watermann)

Lemgo. Die Faszination „Oldtimer“ ist in ganz Lippe groß. Das zeigte der große Andrang von Besuchern, die sich am Sonntag trotz Aprilwetters im neu eröffneten Oldtimerpark an der Herforder Straße durch die Reihen der teils spektakulären und seltenen Fahrzeuge schoben.

Rund 100 Autos und Motorräder waren ausgestellt, und Publikum und Besitzer der historischen Schätzchen fachsimpelten über PS, schwierig zu bekommende Original-Ersatzteile und die perfekte Restaurierung längst verlorener und der Schrottpresse geweihter Fahrzeuge. Mit viel Herzblut und einer Stange Euros sind viele der Oldtimer aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden.

Information
60 Oldtimer
Bis zu 60 Fahrzeuge können im Oldtimerpark mit 13 Boxen, zehn Einstellplätzen und seiner großen Halle unterkommen. Die Einsteller wollen sich an Wochenenden zum Fachsimpeln und zu Ausfahrten durch das Lipperland treffen.

Einer, der dem Hobby „Oldtimer“ auch völlig verfallen ist, ist Klaus Wehrmann (70) aus Lemgo. Als er 45 Jahre alt war, wollte der Vater den alten Familien-Mercedes verschrotten. Schon vor 25 Jahren hatte Wehrmann den ideellen Wert alter Fahrzeuge erkannt und alles dran gesetzt, den Wagen seines Vaters, mit dem ihn so viele Erinnerungen verbanden, wieder herzurichten.

Heute ist sein Bestand auf 15 Oldtimer angewachsen, die teilweise kurios gelagert wurden. „Ich erinnere mich an einen alten, sehr seltenen BMW, den wir in einer Möbelindustrie-Halle nur mühsam finden konnten. Nach vielen Jahren war er unter einem Späneberg begraben“, so Wehrmann.

Faszinierend war für ihn auch die Aufbereitung des Mercedes Benz 300, der als sogenannter „Adenauer-Mercedes“ in die Geschichte einging, nachdem der erste Bundeskanzler diesen als Dienstlimousine wählte. „An dem Wagen haben wir fast zehn Jahre herumgebastelt, bis er so dastand wie heute. Teilweise haben wir jahrelang auf Ersatzteile gewartet“, erzählte er den umstehenden Besuchern.

Ihn faszinieren die Oldtimer, weil man früher viel selber aufbereiten, überall dran schrauben und werkeln konnte. Durch die heutige Elektronik geht aus seiner Sicht viel Charme verloren. Heute überlässt er dem „Schraubers seines Vertrauens“ jedoch die technische Arbeit und putzt lieber nur das Chrom.

Wie Klaus Wehrmann sind viele Lipper von den historischen Fahrzeugen fasziniert. Der Eröffnungstag im Oldtimerpark erinnerte viele der älteren Besucher an ihre Kindheit zurück, als man mit den einst modernen Fahrzeugen zum Urlaub in den Harz oder an die See fuhr. Auch Joachim Weege, ebenfalls Gesellschafter im Oldtimerpark, ist mit dem Konzept und dem ersten Tag mit hohem Besucheraufkommen sehr zufrieden. „Wir sehen einfach, dass der Bedarf da ist“, erzählt er, während sich im Clubraum die Gäste treffen. Die Besucher verfügten teilweise über viel Detailwissen und kamen schnell mit den Eigentümern ins Gespräch.

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