Lemgo. Für einen Blick in die Vergangenheit müssten wir nach Kirchheide, Entrup oder Matorf schauen, für die Gegenwart 15.000 Flugkilometer östlich: Matthias Behrend, in den 70er Jahren ein Schüler der Kirchheider Grundschule, in den 80er Jahren ein Tischlerlehrling aus Matorf, in Entrup zu Hause, lebt heute in Australien. Für seine Hochzeit flog er zurück nach Lemgo. Das Ja-Wort wird am Samstag in Schloss Brake „beheimatet". Behrend versuchte sein Fernweh erstmals mit 18 Jahren zu stillen und flog 1983 nach Australien. Damals hatte er bei Stock in Matorf seine Tischlerlehre beendet und wollte „was von der Welt sehen". „Ich dachte mir, du kannst jetzt nicht einfach hier in Lemgo weiter arbeiten und dich vom ersten Gesellengehalt beeindrucken lassen", fällt ihm rückblickend ein. Die sechs Monate „down under" reichten indes nicht. Der Entruper Junge zog gleich ein Land weiter, trampte durch Neuseeland, wanderte viel durch die Natur und ließ sich von der Vielfalt am anderen Ende der Welt beeindrucken. Nach der Rückkehr dachte er nach. „Ich wusste, dass ich nicht in Lemgo bleiben würde, aber ich konnte noch nicht klar sagen, dass meine Heimat Australien werden sollte", erinnert er sich. Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram anLove a good (if unusual) wedding tradition- newly weds sawing a log in time with each other to symbolise their new life working together - Lemgo, Germany @byrondancedynamics #kateandtiaswedding #lemgo #germany #hermanwedding #byronbaygermany #schlossbrakecastle #byronvenue #australiangermanwedding #byronvenueontour #weddingtraditions #weddings #gethitched #celebration #byrondancedynamics #ontour Ein Beitrag geteilt von Byron Venue (@byronvenue) am Okt 7, 2018 um 12:40 PDT In den folgenden Jahren fuhr er mit dem Fahrrad durch Irland und Frankreich, lernte in Skandinavien eine Dänin kennen, die wiederum in London lebte und flog letztendlich mit einem One-Way-Ticket zurück nach Sydney. Sein Ziel: „Permanent Resident". Behrend behielt die Deutsche Staatsbürgerschaft, wurde dauerhaft im Land der Kängurus sesshaft und lebt mittlerweile seit mehr als 25 Jahren in Australien. Zwischenzeitlich war er verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder (23 und 25 Jahre alt) und ist wieder geschieden. Zudem baute er sich seine Selbstständigkeit mit einer Tischlerei in Byron Bay auf, einer kleinen Stadt 800 Kilometer von Sydney entfernt. Viele Jahre gingen ins Land, Matthias Behrend flog im Durchschnitt einmal im Jahr in die alte Heimat, besuchte seine Eltern in Lemgo (der Vater hatte lange das Geschäft „Knopf Behrend" in der Fußgängerzone) und erwarb zudem die australische Staatsbürgerschaft. Seine beiden Kinder, die wie etwa 20 Freunde extra zur Hochzeit nach Deutschland mitgekommen sind, sprechen kaum Deutsch; und auch der 53-Jährige hat sich mittlerweile einen „englischen Akzent" zugelegt. Seine Frau Kate (38) führt in Byron Bay eine Tanzschule, betreut dort fast 200 Kinder und wird heute im Braker Schloss auf deutschem Boden das große Wort mit den zwei Buchstaben aussprechen. Donnerstag wurde bereits „gepoltert" bei Manfred Wind in der Tischlerei am Steinweg. Mitte Oktober will das Paar zurückfliegen. Auf Matthias Behrend wartet seine Firma, auf seine Frau die Tanzschule. „So ganz lange können wir das nicht allein lassen", sagt der Bräutigam. Seine neue Heimat beschreibt der Ex-Lemgoer übrigens als Wassersportparadies. Und glaubt man dem weltweiten Netz, ist der Ort eines der beliebtesten Urlaubsziele an der australischen Ostküste. Behrend: „Eigentlich scheint bei uns das ganze Jahr die Sonne. Allenfalls für zwei bis drei Wochen müssen wir mal heizen." Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram anInternational Wedding today! 🤵🏻🇩🇪🇳🇿👰🏼 die letzte Hochzeit für dieses Jahr bei bestem Wetter! #weddingday #australiameetsgermany #perfectday #brideandgroom #weddingcar #redfoxfotos #weddingphotography Ein Beitrag geteilt von Redfox Fotografie (@redfox.fotos) am Okt 6, 2018 um 5:14 PDT