<p class="x_MsoNormal">Kreis Lippe. Die Welt der Musicals ist vielfältig, die Auswahl groß. Wie gut, dass die „Nacht der Musicals“ die größten Hits auf etwas mehr als zwei Stunden komprimiert und nebenbei Schlaglichter auf brandneue Produktionen wirft. Das internationale Ensemble hat am Freitag mehr als 1000 Besucher in der Phoenix-Contact-Arena in Lemgo begeistert.</p> <p class="x_MsoNormal">Dabei präsentierten sich die Darsteller, die auch in den Originalproduktionen mitgewirkt haben, nicht nur musikalisch und optisch anpassungsfähig, sondern auch medial. „Greatest Showman“ beispielsweise ist ein Musical, das nicht am New Yorker Broadway oder am Londoner West End aufgeführt wurde, sondern ausschließlich auf digitales Zelluloid gebannt die Geschichte des Zirkuspioniers Phineas Taylor Barnum erzählt. Und „Haus des Geldes“ ist überhaupt kein Musical, sondern eine spanische Netflix-Produktion, die neben dem Heist-Movie-Plot mit ihrem Soundtrack aus Rockhymnen, Partysongs und traurigen Balladen fasziniert und gekonnt mit den Emotionen des Publikums spielt - wie geschaffen für das Ensemble mit Sitz in der österreichischen Steiermark auf seiner 25-jährigen Jubiläumsturnier.</p> <p class="x_MsoNormal Zwischenzeile">Vertraute und geschätzte Melodien erklingen</p> <p class="x_MsoNormal">Aber wer Musicals sehen will, der soll natürlich auch Musicals zu sehen bekommen, und so wechselten Solo-, Duett- und Ensemblenummern einander ab mit etwa den Hits aus dem ziemlich aktuellen Broadway-Musical „Moulin Rouge“, das erst seit Ende 2022 in Köln zu sehen ist, aus „Das Phantom der Oper“, „Cats“, „Die Rocky Horror Show“, „Elisabeth“, „Grease“, „König der Löwen“, “Mamma Mia” oder „We Will Rock You“. Die Eiskönigin gab es ebenso zu hören wie ein Udo-Jürgens-Medley aus „Ich war noch niemals in New York“, das in Hamburg vor mehr als sechs Jahren seine Dernière hatte. Auch das ist eine Stärke der „Nacht der Musicals“: die vertrauten, geschätzten und geliebten Melodien noch einmal Revue passieren lassen, nachdem sie längst die großen Bühnen der festen Musicaltheater verlassen haben.</p> <p class="x_MsoNormal">Virtuoser Gesang, ausdrucksstarkes Spiel, aufwendige Kostüme und harmonisch abgestimmte Bilder auf den fünf Leinwänden der Bühne machten die Produktion zu einem audiovisuellen Vergnügen, das eine Liveband kaum vermissen ließ. Und auch der Gesang des Publikums, immer wieder eingefordert von den Darstellern auf der Bühne, fügte sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Besonders kräftige Stimmen erreichten die Bühnendarsteller bei Udo Jürgens Hits wie „Mit 66 Jahren“ oder „Aber bitte mit Sahne“. Ein besonderes Statement setzte Darsteller Francesco Alimonti, als er im überaus freizügigen und durchaus provokanten Outfit als „Sweet Transvestite“ aus „Moulin Rouge“ auf der Bühne stand. Beeindruckt von diesem Mut und der Ansicht, dass Alimonti das Outfit durchaus tragen konnte, belohnten die Zuschauer den Auftritt mit einem tosenden Applaus. „Wir sollten alle tragen können, was wir möchten und vor allem auch jeden lieben können, den wir möchten“, richtete Alimonti seine Worte noch an das Publikum.</p>