Lemgo. Die Stadt, der Abteigarten, das Beachvolleyballfeld, die Bratwurst - der Generationenbeirat und die Stadtverwaltung hatten zum Willkommens-Picknick für alle Lemgoer Neubürger eingeladen. Von einem „mega“ Feedback kann man sicherlich nicht sprechen, mehr als 200 Einladungen gingen raus, den Weg in den Abteigarten fanden rund zehn Prozent. Mit dabei: Monja de Silva, die seit Januar in Lemgo lebt und vom Bodensee in den Norden zog. Mannheim und Berlin hatten keine Chance Mit ihrem Freund Holger Schaffstein nutze die Neu-Lemgoerin die Chance, etwas über die Stadt zu erfahren und ein paar „echte“ Lemgoer kennenzulernen. „Ich habe zuletzt am Bodensee gearbeitet und wollte eine neue Herausforderung annehmen. Also habe ich mich beispielsweise in Mannheim, Berlin und Lemgo beworben. Als ich zum Vorstellungsgespräch zur TH OWL nach Lemgo kam, wusste ich, dass es diese Kleinstadt sein soll“, sagt sie rückblickend. In Berlin hätte sie auch arbeiten können, aber sie zog es vor, in der Alten Hansestadt im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften anzufangen. Und ihr Freund Holger Schaffstein, der bei der Bundeswehr am Standort Celle arbeitet, sieht die Vorteile der Kleinstadt ebenfalls: „Ein paar Cafés, Kneipen und Geschäfte direkt vor der Tür. So hatte ich mir das vorgestellt.“ Denn Monja de Silva wollte nicht irgendwo auf dem Dorf wohnen, sondern mittendrin; also zog sie in die Fußgängerzone. Ihr Freund fährt oft von Celle nach Lemgo und kennt die Tücken der A2 nunmehr aus dem Effeff: „Grundsätzlich sind die 120 Kilometer okay, aber rund um Hannover muss man immer mit einem Stau rechnen.“ Demnächst muss er im Kalletal wegen Kanalbauarbeiten in Hohenhausen noch eine zusätzlich Schleife auf den letzten Kilometern drehen. Lemgo hat eine gute Willkommens-Kultur Beim Willkommens-Picknick saßen beide kurzerhand auch neben Bürgermeister Markus Baier, der bei hochsommerlichen Temperaturen ebenfalls den Weg in den Abteigarten gefunden hatte. Der hörte nur Gutes von der neuen Lemgoerin. Monja de Silva: „Lemgo hat eine gute Willkommens-Kultur. Die Leute waren sehr freundlich. Und wir haben sofort angefangen, uns die Gegend anzusehen, waren schon beim Hermannsdenkmal in Detmold, im Hexenbürgermeisterhaus, in einigen Kneipen, bei zwei Heimspielen des TBV Lemgo und haben sogar mit dem Nachwächter eine Führung gemacht.“ Geboren wurde die „Neue“ in Sri Lanka, ihr Vater war in regierungsnahen Kreisen beschäftigt. Mit 21 lebte Monja de Silva kurzfristig in den USA, zog aber der Liebe wegen nach Deutschland. Auf das Picknick machte sie jemand über Instagram aufmerksam. Sie und ihr Freund schätzen vor allem die Überschaubarkeit und das Kulturangebot in der Stadt. Holger Schaffstein: „Ich fand beispielsweise auch die Musikveranstaltung am 1. Mai sehr gut.“ Henric Schwär-Fröhlich und Nina Hillebrand vom Stab des Bürgermeisters, die den Generationenbeirat bei der Veranstaltung unterstützten, hatten zudem Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn in den Abteigarten gelockt, um optional eine kleine Stadtführung anbieten zu können. Für das leibliche Wohl gab es Würstchen und Getränke, wobei sich vom Generationenbeirat Ex-TV Lemgo-Präsident Herbert Fischer am Grill „verdient“ machte. Das Fazit von Schwär-Fröhlich: „Es war ein entspannter Nachmittag, eine Wiederholung im kommenden Jahr halten wir für sinnvoll. Natürlich mit dem Wunsch, dass es nächstes Mal mehr Neubürger sind, die vorbei kommen.“