Lemgo. Eine halbe Stunde vor Beginn ging ein heftiger Regenschauer auf Lemgo nieder. Das schon zahlreich eingetroffene Publikum ließ sichs nicht verdrießen, fleißige Helfer wischten Stühle trocken, und siehe da: Es klarte auf. Das Ausharren hatte sich gelohnt. Was die „Funky Monkeys“ aus Berlin beim Lemgoer Sommertreff am Freitagabend auf dem Marktplatz darboten, ließ Nässe und kühles Wetter vergessen. Akrobatik, Tanz, Slapstick, Ballett, Comedy: Drei Männer und zwei Frauen mit waghalsigen akrobatischen Höchstleistungen und zwei Musiker erzählen eine Geschichte vom Zusammenraufen einer Gruppe aus höchst unterschiedlichen Individuen. Auf den harten Pflastersteinen des Lemgoer Marktplatzes vollführen sie Sprünge, Saltos, schlugen Rad und tanzen Hip-Hop. Seilspringen mal anders Ihre unbändige Energie lässt das Publikum enthusiastisch mitgehen. Eine große Kiste, die immer wieder geheimnisvoll aufgeklappt wird, enthält Dinge, die zur Aktion herausfordern: Zu Beginn sind es ein großes eisernes Rad und eine Stange, damit lässt sich allerhand anstellen. Dann ein buntes Band, das in die Haare geflochten wird, oder die Artisten haben plötzlich Sonnenbrillen auf. Ein langes Seil – was kann man damit machen? Seilspringen natürlich. Das Publikum ist gefragt. Und zwei Kinder, fünf und zwölf Jahre, hüpfen gleichzeitig und zeigen eine respektable Leistung, für die es viel Applaus und eine kleine Belohnung gibt. Nun aber wollen die beiden Musiker mal als Akrobaten glänzen. Seilspringen können sie auch ganz gut, sogar mit Gitarre in der Hand. Doch dann ist „Schluss mit dem Kindergarten“: Die fünf Akrobaten zeigen ihre Meisterschaft: Sie springen über das Seil, auch mal auf einem Bein, schlagen Purzelbäume in der Luft, wirbeln atemberaubend durcheinander. Doch gegen Ende wird klar, was es mit dem Rad und der Stange auf sich hat. Es ist nämlich ein sogenannter Chinesischer Mast, der aus zwei Teilen zusammengeschraubt wird und dann auf einem kleinen Sockel ohne Verankerung fast zehn Meter hoch in den immer dunkler werdenden Abendhimmel ragt. Affengleich den Mast hinauf Die „Monkeys“ machen ihrem Namen alle Ehre: Affengleich klettern sie an der senkrechten Stange hoch, bringen an der Spitze noch das Rad in Position, an dem jetzt vier Drahtseile hängen. Und was jetzt folgt, geht nur mit zwölf mutigen Freiwilligen aus dem Publikum. Sie finden sich rasch. Ihre Aufgabe ist verantwortungsvoll: An vier Punkten halten je drei Helfer ein Seil in Spannung und damit den Mast stabil. Blitzschnell hinauf und rutschend hinab geht es jetzt. Mal kleben drei Menschen übereinander an der Stange, ein vierter klettert mit Leichtigkeit an ihnen vorbei. Aufwärts und abwärts, kopfüber und kopfunter, und bis zum freihändigen Stehen ganz oben. Die Zwölf aus dem Publikum haben dieses große Finale erst ermöglicht: Sie halten die vier Seile zuverlässig in der richtigen Spannung. Aus Einzelnen wächst eine Gemeinschaft. Die Grundlage sind Vertrauen und Zusammenhalt. Mit dieser schönen Botschaft entlassen die „Funky Monkeys“ ihre begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauer.