Kreis Lippe. „Ich wurde mitten aus dem Leben gerissen“ - so beschreibt Daniela Beverung das Jahr 2025. Mit 61 Jahren beginnt für die erfahrene Narkoseschwester eine Reise, die sie sich nie hätte vorstellen können. Von ihrer Geschichte erzählt das Klinikum Lippe in einer Pressemitteilung. Eine Geschichte über eine starke Frau, über moderne Spitzenmedizin und interdisziplinäre Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.
Alles habe harmlos begonnen. Daniela Beverung nimmt rapide ab, schreibt dies zunächst den positiven Effekten des Intervallfastens, das sie seit einiger Zeit praktiziert. Doch der massive Gewichtsverlust bleibt. Anfang Januar 2025 geht sie deshalb zu ihrer Hausärztin. Vorsorglich ordnet die eine Aufnahme der Lunge an, weitere Untersuchungen folgen. Mitte Januar steht dann die niederschmetternde Diagnose fest: Lungenkrebs. Was folgt, ist ein medizinischer Marathon – koordiniert und abgestimmt von Fachärztinnen und Fachärzten verschiedener Kliniken und Praxen.
Daniela Beverung wird von der Lungenpraxis Hameln eine Lungenpunktion empfohlen, sie stellt sich in der Hämatologischen und Onkologischen Praxis von Dr. Oleg Rubanov in Hameln vor, schreibt das Klinikum. Es folgen Untersuchungen und Bildgebung von Lunge und Bauch, die Patientengeschichte der 61-Jährigen ist Thema in der interdisziplinären Tumorkonferenz.
Die Therapie schlägt an
Dann der nächste Schock: Bei Daniela Beverung werden zwei Metastasen im Gehirn entdeckt. „Die Symptome dieser Geschwüre hatte Daniela Beverung bereits gespürt – Druck im Kopf, Benommenheit, Unsicherheit beim Gehen“, beschreibt da Klinikum. Mitte Februar 2025 werden die Metastasen im Agaplesion Ev. Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont operativ entfernt. Eine Reha sei zunächst nicht möglich, denn direkt an den Krankenhausaufenthalt schließen sich Bestrahlung, Chemotherapie und Immuntherapie an - schließlich soll auch der Lungenkrebs schnellstmöglich operiert werden.
„Es ging alles so schnell – und trotzdem Hand in Hand“, sagt Daniela Beverung rückblickend. Ihr Mann fährt sie zu jedem Termin. „Allein schafft man das nicht. Das Karussell im Kopf fährt immer weiter.“ Im August, im Urlaub auf Lanzarote, erleidet Daniela Beverung einen Krampfanfall. Wieder Krankenhaus. Wieder warten. Doch die onkologische Therapie wirkt. Der Lungentumor schrumpft.
Ende August stellt sie sich im Lungenkrebszentrum Lippe bei Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, in Lemgo vor. Groetzner erinnert sich: „Frau Beverung kam nach der erfolgreichen Entfernung einer Hirnmetastase und nach vorausgegangener System- und Immuntherapie zu uns nach Lemgo zur Operation des Lungentumors. Anfang September konnten wir den betroffenen Lungenlappen sowie Teile des Rippenfells minimalinvasiv und thorakoskopisch entfernen. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen, und bereits vier Tage nach der Operation konnte Frau Beverung auf eigenen Beinen nach Hause gehen.“
Heute ist der wichtigste Tag
Mitte Oktober folgt die Reha. Parallel läuft auch die Immuntherapie weiter. Alle drei Monate stehen nun Kontrolluntersuchungen an. Die Abstände werden bei unauffälligen Befunden mit der Zeit immer größer. Doch Daniela Beverung habe mit Sorge auf den Kontrolltermin Anfang Dezember geblickt, schreibt das Klinikum. Auch wenn sie zuversichtlich gewesen sei und alle operativen Eingriffe optimal verliefen, sei es wieder eine Zeit des Wartens und Hoffens gewesen.
Heute sagt Daniela Beverung: „Aktuell bin ich offiziell krebsfrei. Meine erste Kontrolluntersuchung zeigte keine Auffälligkeiten. Ich habe auch keine großen Einschränkungen, aber das Jahr steckt mir noch in den Knochen.“ Noch einmal habe sie Gewicht verloren, noch sei sie nicht wieder ganz auf der Höhe. Arbeiten könne sie aktuell nicht.
Was ihr Halt gebe, seien vor allem ihre Familie, die Freundinnen und ihre positive Einstellung. Und ein Satz, den sie von der Psychologin aus der Reha mitgenommen habe: „Die zwei unwichtigsten Tage im Jahr sind gestern und morgen. Heute ist der wichtigste Tag.“
Die Abläufe seien bei ihrer Untersuchung und Behandlung zwischen den Kliniken und Praxen reibungslos gewesen, betont das Klinikum. Sie seien Teil des Konzeptes des Lungenkrebszentrums Lippe-Weserbergland. Interdisziplinär, sektorenübergreifend und über die Landesgrenze zwischen NRW und Niedersachsen hinweg arbeiteten das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Lungenkrebszentrum Lippe, die Hämatologische und onkologische Praxis Dr. Rubanov und Prof. Dr. Schmidt sowie die Facharztpraxis für Lungenheilkunde in Hameln und die Agaplesion Krankenhäuser in Bad Pyrmont und Schaumburg eng zusammen.