Lemgo-Voßheide (seh). Blühender Raps, sattgrüne Felder und ein alter offener Steinbau. Hier leben und arbeiten Britta Exner und Lars Stricker seit einem Jahr. Ein Ort so außergewöhnlich wie sie selbst. Sie ist Grafikerin mit Vorliebe für Fotografie, er studierter Politologe und leidenschaftlicher Sänger. Zusammen sind sie "Zeitfänger".
Die Zeit zu etwas Einzigartigem machen, das ist das Ziel ihrer Künstleragentur "Time Catcher" aus Voßheide. Britta Exner und Lars Stricker bieten alles aus einer Hand: "Wir sind eine Plattform für Künstler, die sich selbst meist schlecht vermarkten und anpreisen können", erklärt der 43-Jährige. Sehr viele Künstler vertreten sie noch nicht. Lars Stricker und sein Bandkollege Dirk Martin treten zusammen als "Salonganoven" auf, jüngst beim Benefizkonzert für den Kindergarten Dewitzstraße (die LZ berichtete).
Britta Exner bietet außergewöhnliche Bildaufnahmen für besondere Anlässe an. Zu ihren "Künstlern" gehört auch Grafikerin Martina Stille, die Hochzeitsbücher und Familienalben anfertigt. Expansion ist für beide nicht ausgeschlossen. Noch sind es die berühmten Kinderschuhe, in denen das Mini-Unternehmen steckt, doch das schreckt die Beiden nicht. "Hochzeiten, Geburtstage und Feste - wir beraten und versuchen, unseren Teil für eine gelungene Veranstaltung beizutragen", fasst Exner ihr Konzept zusammen.
Die Idee, sich mit einer Agentur selbstständig zu machen, kam ihnen bei einer Hochzeitsfeier von Freunden. "Wir waren Trauzeugen und haben vieles organisiert. Es hat allen gefallen. Was wichtiger ist, es hat uns auch noch tierisch Spaß gemacht", erzählt Lars Stricker.
Schnell waren sie sich einig - vor allem, da Familie für beide die oberste Priorität hat. Vier Kinder haben sie zwischen drei und neun Jahren, und das fünfte Kind, ein Mädchen, ist unterwegs. "Das war der eigentliche Grund, warum wir nach einer Jobalternative gesucht haben. Lars hat in seiner Marketingagentur in Bielefeld gearbeitet und uns kaum gesehen. Jetzt arbeiten wir gemeinsam von zu Hause aus, sitzen im Wohnzimmer oder auf der Terrasse am Laptop und hängen am Handy. Manchmal mehr als früher im Büro, aber wir sind jederzeit für unsere Kinder da", erzählt die bald Fünffachmama.
Auch die Großeltern unterstützen die Existenzgründer bei ihrer täglichen Arbeit. Das Telefon der Familie steht nur selten still, mit E-Mails organisieren sie die verschiedensten Abläufe. Ohne die moderne Technik wäre ihre Arbeit nicht möglich, sind sie sich sicher. "Einmal pro Woche haben wir Außendienst, und die Großeltern passen auf die Kinder auf." Dann fängt die ältere Generation die Zeit für die Jungunternehmer ein.