Lemgo (khe). Das Thema Ostschule beschäftigt nach wie vor viele Bürger. Am Freitagabend sind einige Eltern in der Grundschule am Schloss zusammengekommen, um über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu informieren und zu diskutieren.
Die Anwesenden zeigten sich verärgert darüber, dass der öffentliche Standort Ostschule möglicherweise einer privaten Schule weichen soll. Grundsätzlich sprachen sich die meisten dafür aus, ihre Kinder in eine Inklusionsschule zu schicken, wo Kinder mit und ohne Behinderung unterrichtet würden. Jedoch sei es Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass diese Möglichkeit an allen öffentlichen Grundschulen gewährleistet sei. Nach Ansicht der Eltern entziehe sich die Stadt Lemgo dieser Verantwortung, weil es einfacher und günstiger für sie sei. Die Stiftung Eben-Ezer als Käufer sei optimal, um Lemgos Kassen wieder aufzufüllen.
Die Kinder möglicherweise nicht mehr auf die wohnortnahe Schule schicken zu können, bot Anlass zu Ärger. "Wir haben bereits die August-Hermann-Francke-Schule als private Grundschule", lautete ein Einwand. Auf die Kampschule oder die Braker Grundschule auszuweichen oder Busfahrten für den Weg zur Schule in Kauf zu nehmen, halten die Eltern für unzulässig. Viele Familien seien extra in die Nähe der Ostschule gezogen, um ihren Kindern ein gutes schulisches sowie nachbarschaftliches Umfeld bieten zu können.
Eben-Ezer habe mitgeteilt, der Elternwille sei ausschlaggebend, ob ein Trägerwechsel für die Ostschule in Frage komme. Allerdings werde es am Ende Oktober bereits Verhandlungen über den Verkauf an Eben-Ezer geben. Für die Eltern steht fest: Wenn es schon solche Verhandlungen gibt, ist der Verkauf an den privaten Träger wahrscheinlich. Danach würde es nichts nützen, die Eltern nach ihrem Willen zu fragen. Trotz der schlechten Chancen sind sich die Eltern einig: "Wir sollten alles dafür tun, dass die Grundschule hier, wie sie ist, erhalten bleibt."