Streit um den Bebauungsplan in Leopoldshöhe

Dieter Asbrock und Thomas Dohna

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Baugebiet „Milser Heide": Die Häuser dürfen nach den derzeitigen Planungen bis zu elf Meter hoch sein. Das ist einigen Anwohnern zu viel, sie befürchten trotz der Abstände Schattenwurf. - © Grafik: Benjamin Möller
Baugebiet „Milser Heide": Die Häuser dürfen nach den derzeitigen Planungen bis zu elf Meter hoch sein. Das ist einigen Anwohnern zu viel, sie befürchten trotz der Abstände Schattenwurf. (© Grafik: Benjamin Möller)

Leopoldshöhe. Mit scharfen Worten wenden sich zwei Anwohner gegen die Planungen für das Baugebiet „Milser Heide" in Bechterdissen. Hier hatten sich nach vielen Jahren Grundstückseigentümer zusammengefunden, um den dort geltenden, aber aus eigentumsrechtlichen Gründen nicht umsetzbaren Bebauungsplan zu ändern. Die Anwohner halten die geplante Bebauung für zu hoch, zu massiv und zu dicht.

Ihre Einwendungen finden sich in den Abwägungen zum Bebauungsplan. Während der verschiedenen Schritte auf dem Weg zu einer Verabschiedung eines Bebauungsplans muss die Öffentlichkeit beteiligt werden. Dazu liegt ein Plan vier Wochen öffentlich aus. Bürger, Behörden und sogenannte Träger öffentlicher Belange wie Stromversorger können sich während dieser Frist zum Plan äußern. Verschiedene Behörden des Kreises Lippe haben Veränderungen angeregt. So soll die geplante Stichstraße Ausweichbuchten bekommen. Die Anregung, entlang dieser Straße Bäume zu pflanzen, lehnen die Planer ab. Sie verweisen darauf, dass die Grundstücke mit lebenden Hecken einzufrieden seien.

Die beiden Anwohner kritisieren Trauf- und Firsthöhen. Sie sehen „zweigeschossige Wohnblöcke" als nicht angemessen für die Fläche an. Die noch etwas höhere Bebauung in der Mitte der Fläche lehnen sie ab. Sie wenden sich dagegen, dass es in Zukunft möglich sein soll, dort deutlich mehr Wohnungen als bisher bauen zu dürfen. Verwaltung und Planer verwerfen die meisten Anregungen. An einer Stelle erweitern sie den Abstand des Baufensters zur Grundstücksgrenze um zwei Meter und senken die Firsthöhe auf 9,50 Meter.

Zu Diskussionen führt die Forderung, dort noch mehr Abstand zu schaffen, um einen möglichen Schattenwurf bei niedrig stehender Sonne auf das bestehende Haus zu vermeiden. Planer und die meisten Politiker meinen, 16 Meter Abstand zwischen dem bestehenden und dem geplanten Haus seien genug, einige Politiker sind skeptisch. In der Abstimmung über die Abwägungen enthalten sich Ausschussvorsitzender Thomas Jahn und der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Jürgen Hachmeister. Alle anderen Ausschussmitglieder stimmen den Vorschlägen der Verwaltung und der Planer zu.

3D-Modell des Baugebiets

Im Ratsinformationssystem der Gemeinde Leopoldshöhe (im Internet unter www.leopoldshohe.de) findet sich in den Unterlagen zur Sitzung des Hochbau- und Planungsausschusses am 20. September eine dreidimensionale Visualisierung des Baugebietes „Milser Heide". Das Modell lässt sich beliebig drehen, kippen und vergrößern, so dass man einen Eindruck von der möglichen Bebauung bekommt.

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