Missbrauch auf Campingplatz: 49 Hinweise bei der Polizei eingegangen

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Der Campingplatz "Eichwald" in Lügde-Elbrinxen soll der Tatort von 20 Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern sein. Ein 56-jähriger Dauercamper ist einer von drei Männern, die in Untersuchungshaft sitzen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Der Campingplatz "Eichwald" in Lügde-Elbrinxen soll der Tatort von 20 Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern sein. Ein 56-jähriger Dauercamper ist einer von drei Männern, die in Untersuchungshaft sitzen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Bielefeld/Lügde (dpa). Rund eine Woche nach dem Bekanntwerden des tausendfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde sind bei der Polizei zahlreiche weitere Hinweise eingegangen. Bis zum Mittwochmorgen sind es nach Angaben der Ermittler 49 gewesen. "Der größte Teil davon hat uns direkt am Donnerstag und Freitag nach der Pressekonferenz erreicht", sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Hinweise würden derzeit noch ausgewertet. Zum Inhalt der Hinweise und ihren Wert für die Ermittlungen äußerte sich der Sprecher nicht.

Die Polizei in Lippe hatte am 30. Januar mitgeteilt, dass über 10 Jahre mindestens 23 Kinder im Alter zwischen 4 bis 13 Jahren auf einem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen sexuell schwer missbraucht worden waren. Die Ermittler hatten im Dezember und Januar drei Tatverdächtige aus Lügde (56), Steinheim (33) bei Höxter und Stade in Niedersachsen (48) festgenommen. Die Ermittler haben inzwischen die Zahl Opfer auf 29 angehoben.

Wegen der großen Dimensionen des Falls hatte das Polizeipräsidium Bielefeld die Ermittlungen übernommen. Bei den Männern hatte die Polizei auf zahlreichen Datenträgern insgesamt 13 000 Dateien mit Kinderpornografie gefunden. Zwei der Männer sollen die Opfer im Wechsel gefilmt und missbraucht haben. Der Tatverdächtige aus Niedersachsen soll als Auftraggeber fungiert haben.

Ermittelt wird auch gegen zwei Jugendämter und Polizeibeamte. Die Staatsanwaltschaft Detmold will klären, ob die Behörden nach Hinweisen im Jahr 2016 früher hätten aktiv werden müssen. Aufgeflogen war der Missbrauch nach einer Anzeige im November 2018.

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