Missbrauchsfall Lügde: Alle Anklagen zugelassen

Janet König

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- © Bernhard Preuss
Landgericht Detmold (© Bernhard Preuss)

Detmold. Nun ist es offiziell: Der Prozessauftakt zum Missbrauchsfall Lügde ist am Donnerstag, 27. Juni, vor dem Detmolder Landgericht. Die Jugendschutzkammer hat fürs Erste zehn Verhandlungstage angesetzt, teilt das Landgericht mit. Darüber hinaus sollen – wenn nötig – noch weitere Prozesstage folgen.

Für das anstehende Mammutverfahren im Sitzungssaal 165 sind extra neue Tische für die Vertreter der Nebenklage bestellt worden, sagt Landgerichtssprecher Wolfram Wormuth. Inzwischen seien 16 Opferanwälte zugelassen, die 25 Geschädigte vertreten. Eine Videoübertragung für Zuschauer werde es nicht geben, dafür seien 30 Plätze für Bürger vorgesehen. 30 weitere Plätze stünden Medienvertretern zur Verfügung.

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„Journalisten können sich durch ein faires Verfahren per Fax akkreditieren", sagt Wormuth. Bei zu vielen zeitgleich eingelaufenen Bewerbungen entscheide das Los. Ein Platz sei für die lokale Tageszeitung reserviert, drei weitere für Zeitungen mit Sitz in NRW. Darüber hinaus gebe es Kontingente für überregionale Medien wie Fernsehen und Radio. „Wenn alle kommen würden, die wollen, hätten wir in die Stadthalle ausweichen müssen", so Wormuth. Das sei im Hinblick auf das Verfahren nicht verhältnismäßig, schließlich müssten viele Punkte unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden.

Es sei zu erwarten, dass ein entsprechender Antrag schon für die Anklageverlesung gestellt werde, da diese auch die Namen der Opfer enthalte. „Einen Mittelweg, indem zum Beispiel eine anonymisierte Fassung vorgelesen wird, gibt es nicht."

Folgende Termine sind im Saal 165 angesetzt:

  • Donnertag, 27. Juni, 9 Uhr
  • Freitag, 28. Juni, 12 Uhr
  • Donnerstag, 4. Juli, 9 Uhr
  • Freitag, 5. Juli, 9 Uhr
  • Freitag, 12. Juli, 12 Uhr
  • Donnerstag, 1. August, 9 Uhr
  • Freitag, 9. August, 12 Uhr
  • Donnerstag, 15. August, 9 Uhr
  • Freitag, 16. August, 9 Uhr
  • Freitag 30. August, 9 Uhr

Sollten weitere Termine anberaumt werden, werden diese durch das Landgericht mitgeteilt.

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