Schieder-Schwalenberg/Wöbbel. Mitte November ist Klaus Beckmeier vom Fachbereich Bauen der Stadtverwaltung noch guter Dinge gewesen, die Brücke über den Mühlengraben in Wöbbel bis Ende des Jahres fertig zu bekommen. Doch dann öffnete Petrus zweimal hintereinander kräftig die Schleusen. Die Folgen: Hochwasser in der Emmer und Zwangspausen auf der Baustelle.
„Das hat unseren Zeitplan leider vollkommen durcheinandergewürfelt", erklärt Beckmeier. Das Hochwasser habe die Arbeiten ausgerechnet in der Phase lahm gelegt, als die Stützenwände im Uferbereich erstellt wurden. „Weiterzumachen wäre nicht möglich gewesen", sagt Beckmeier.
Seither sind die Bauarbeiten immerhin soweit vorangeschritten, dass gestern die Brückenplatte betoniert werden konnte. „Das ist quasi das Kernstück", berichtet Beckmeier. Mitten drin verlaufen mehrere Rohre, durch die anschließend unter anderem die Kabel für die Straßenbeleuchtung verlegt werden.
„Mit Beginn der Bauarbeiten musste die Stromversorgung der Straßenlaternen für einen Teil der Lindenstraße abgeklemmt werden. Mit dem Betonieren der Brückenplatte können wir das Kabel endlich wieder verlegen und die Beleuchtung wieder anschließen", sagt Beckmeier. Heute oder Morgen sollen die Laternen wieder funktionieren.
Beckmeier bedauere, dass die Anwohner der Lindenstraße noch länger mit einer Baustelle vor ihrer Haustür klar kommen müssten. Wann die Brücke fertig sei, könne Beckmeier derzeit nicht absehen. „Ab Weihnachten hat die Baufirma erst einmal bis Mitte Januar Betriebsferien. Ob es danach direkt weitergehen kann, hängt vom Wetter ab", erklärt Beckmeier.
Für die noch ausstehenden Beton- und Asphalt-Arbeiten könnten die Bauarbeiter Frost genauso wenig gebrauchen wie starken Regen. „Sollte es so mild bleiben wie momentan, dürften wir ab Mitte Januar aber zügig vorankommen", sagt Beckmeier und hofft, dass Petrus nicht noch einmal für Hochwasser sorgen wird.
Kommentar: Eine schöne Bescherung
von Manfred Brinkmeier
Gern wird zu dieser Zeit von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk gesprochen, wenn etwas unerwartet Positives geschieht. Davon kann in Schlangen allerdings überhaupt nicht die Rede sein.
Schließlich kommt es nicht jeden Tag vor, dass die Ratsmehrheit dem Kreisbrandmeister die Unterstützung versagt. „Na, das ist ja eine schöne Bescherung", kommt einem da schnell über die Lippen.
Zwei Dinge bleiben dabei hängen. Offenbar war ein Teil der Kommunalpolitiker über die Querelen innerhalb der Schlänger Feuerwehr gar nicht informiert. Das ist schon erstaunlich genug. Zudem hat der amtierende Wehrführer keine Mehrheit bei der Feuerwehr und sein Herausforderer keine im Rat. Das schreit förmlich danach, die Probleme endlich offen anzusprechen und nach einer tragfähigen Lösung zu suchen. Das jetzige Vakuum darf kein Dauerzustand sein.