Schieder-Schwalenberg/ Steinheim. „Wir freuen uns, dass wir so fähige Menschen in unseren Reihen haben“, sagt Jürgen Spier, Chef des Fahrzeugwerks im Steinheimer Ortsteil Bergheim. Moritz Meyer aus Lothe ist einer von ihnen. Der frisch gebackene Metallbaumeister wurde von der Handwerkskammer für seine besondere Leistung geehrt. Der 26-Jährige legte von insgesamt 390 Meisterinnen und Meistern aus 14 Gewerken die beste Meisterprüfung in Ostwestfalen-Lippe ab. Eine Glanzleistung - nicht seine erste. Für Moritz Meyer ist schon von Kindesbeinen an klar gewesen, dass er einmal einen Handwerksberuf will, erzählt der junge Mann, der in Schwalenberg aufgewachsen ist. „Etwas zu erschaffen, was man hinterher in den Händen hält, hat mich schon immer begeistert“, sagt er. Das Handwerk habe ihn nämlich von klein auf begleitet, denn sein Vater arbeitet als Hufschmied auf dem eigenen Hof. Bereits bester Azubi Deutschlands Nach seinem Abitur am Steinheimer Gymnasium nahm sich Meyer zunächst ein Jahr Zeit, um in verschiedene Praktika hineinzuschnuppern und bei seinem Vater mitzuarbeiten. Wähend eines Praktikums beim Fahrzeugbauer Spier überzeugte er seinen späteren Ausbildungsmeister Steffen Brand mit seinem handwerklichen Talent, sodass das Unternehmen in dem Jahr ausnahmsweise sieben statt sechs Auszubildende im Metallbauer-Handwerk einstellte. Eine gute Entscheidung, wie sich für beide Seiten herausstellte: Moritz Meyer beendete seine Ausbildung als bester Metallbauer, Fachrichtung Nutzfahrzeugbau, in ganz Deutschland. „Man merkt, dass die Ausbildung hier einen hohen Stellenwert hat“, sagt Moritz Meyer über seinen Ausbildungsbetrieb. Seit zehn Jahren trägt das Unternehmen das Gütesiegel für betriebliche Ausbildung „Best Place To Learn“. „Wir sind da Überzeugungstäter“, sagt Jürgen Spier. „Wir bilden immer aus, unabhängig davon, ob Pandemie oder sonst etwas ist.“ Rund zehn Prozent der Belegschaft seien immer Auszubildende, derzeit seien es 36 in sechs verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Mit Stipendium die Meisterschule finanziert Als Bundessieger erhielt Moritz Meyer ein Weiterbildungsstipendium, mit dem er schließlich seine Meisterausbildung, die er in München und Paderborn absolvierte, finanzierte. „Das war eine harte Zeit“, berichtet er von dem vielen neuen Lernstoff, der da auf ihn zugekommen sei. Doch die Mühen haben sich gelohnt, er schloss mit den Noten 1,5 (Theorie) und 1,4 (Praxis) und damit als bester Handwerksmeister in OWL ab. Nun ist Moritz Meyer froh, die anstrengende Zeit in der Meisterschule hinter sich gebracht zu haben und wieder im Betrieb arbeiten zu können, wie er sagt. Dort will er auch - zumindest vorerst - bleiben. In Zukunft könne er sich noch ein aufbauendes Masterstudium vorstellen. „Bachelor Professional“ ist er bereits, da seit 2020 der Handwerksmeistertitel und der Bachelorabschluss gleichwertig sind. Der 26-Jährige zieht auch in Erwägung, Berufsschullehrer oder Ausbilder zu werden. Dass ihm das Freude bereiten würde, habe ihm seine eigene Zeit in der Berufsschule gezeigt. Dort habe er Jüngeren gerne geholfen und seine Erfahrungen weiter gegeben. Im Lother Vereinsleben aktiv Doch aktuell steht ein Studium noch nicht auf seinem Plan, sagt Moritz Meyer. Derzeit ist er beim Fahrzeugbauer Spier in der Entwicklung tätig und dort sehr glücklich. Der 26-Jährige prüft unter anderem neue Werkstoffe und erarbeitet Lösungen, um Produktionsprozesse zu optimieren. Darüber hinaus ist er für die Entwicklung und den Bau von Fahrzeug- und Aufbauinnovationen zuständig, die auf Messen vorgestellt werden. Bei diesen Tätigkeiten brauche man Leute, die selbstständig arbeiten und mitdenken, lobt Produktionsleiter Manuel Freitag die Leistungen von Moritz Meyer. Und auch in seiner Freizeit ist der Schwalenberger, der sich inzwischen Lothe als Wahlheimat ausgesucht hat, in der Dorfgemeinschaft sehr engagiert und im Vereinsleben aktiv. So bringe er sich etwa gerne als Vorsitzender der Jungschützenabteilung ein, um für die Jüngeren Aktivitäten zu organisieren. Zudem spielt er beim Lother Sportverein Hockey. „Ich lebe gerne hier“, sagt Meyer, der sich selbst als heimatgebundenen Landmenschen beschreibt.