Phoenix Contact breitet sich in Schieder aus

Unternehmen reißt Pompadour-Gebäude ab und erwirbt Huneke-Komplex an der Bahnhofstraße

Von Marianne Schwarzer

Phoenix Contact hat das Huneke-Gelände gekauft, um es dem Schieder-Komplex zuzuschlagen. - © Foto: Schwarzer
Phoenix Contact hat das Huneke-Gelände gekauft, um es dem Schieder-Komplex zuzuschlagen. (© Foto: Schwarzer)
Phoenix breitet sich in Schieder aus - © Schieder
Phoenix breitet sich in Schieder aus (© Schieder)

Schieder-Schwalenberg. Wie geht es auf dem ehemaligen Schieder Möbel-Gelände weiter? Zwei Jahre, nachdem Phoenix Contact überraschend das Areal gekauft hat, werden die Pläne immer konkreter.

"Wir haben die Katze im Sack gekauft", hatte Firmenchef Klaus Eisert damals augenzwinkernd nach der Vertragsunterzeichnung gesagt. Da ist was dran, denn der Zustand der Gebäudesubstanz auf dem Gelände an der Bahnhofstraße hat sich erst nach und nach herausgestellt.

Beispielsweise die Hallendächer: Selbst viel Schnee war zu Zeiten der Möbelproduktion kein Problem: "Die haben im Grunde einfach dagegen angeheizt. Die Hallen sind überhaupt nicht isoliert, und so schmolz der Schnee weg", erzählt Herbert Kamionka, Chef der Betriebstechnik.

Dass der Boden im Hochregallager sich gesenkt hat und das Dach hier noch nicht einmal mehr von Dachdeckern betreten werden kann, hat zu einer drastischen Maßnahme geführt: "Diesen Bereich hat Herr Kamionka sofort gesperrt, und da bin ich ganz bei ihm", sagt Geschäftsführer Dr. Heinz Wesch.

Während die intakte Halle daneben schon kurz nach der Übernahme in Betrieb genommen und die Büros darin instand gesetzt wurden, haben sich die Experten viele Gedanken über den Umbau des ehemaligen Pompadour-Gebäudes am Eingang des Geländes gemacht. Eigentlich sollte hier das Aus- und Weiterbildungszentrum untergebracht werden.

Daraus wird nun nichts, hier ist doch ein Neubau an dieser Stelle geplant. "Wir hätten viel zu viele Kompromisse machen müssen", erklärt Kamionka. Mit dem Neubau soll es schon bald losgehen – der erste Teil des Ausbildungszentrums soll bereits 2013 stehen.

Vorher jedoch macht sich das Unternehmen noch an die Sanierung des Hauses auf der gegenüberliegenden Seite, Ecke Hainbergstraße/Bahnhofstraße. Ein neues Dach und eine Fassadenisolierung sind hier geplant, bevor Ingenieure für neue Produktlinien einziehen können.

Zurzeit arbeiten etwa 60 Phoenizianer in Schieder, demnächst werden es 100 sein. Der ehemalige Werkstattbereich ist bereits wieder belebt: Hier können Auszubildende bereits ihre Kenntnisse in Ergonomie verfeinern. Bis jedoch das gesamte Gelände wieder mit Leben gefüllt ist, werden noch Jahre vergehen.

Karte

Bereut Phoenix Contact den Kauf? "Ganz und gar nicht. Wir haben jetzt einfach viel Raum in der Hinterhand. Neulich hat mir an unserem Werk in Lüdenscheid jemand eine Halle verkaufen wollen. Dem konnte ich sagen: "Brauchen wir nicht, wir haben 100.000 Quadratmeter in Schieder", betont Dr. Wesch. Und Herbert Kamionka ergänzt: "Wir haben jetzt eine unglaubliche Flexibilität."

Das Umfeld

Zwei Betriebe haben in den vergangenen Wochen in direkter Nachbarschaft zum Schieder-Gelände das Feld geräumt: Die Autowerkstatt ist nach Blomberg in den Nederlandpark umgezogen, und die Firma Huneke, die unter anderem Behelfsbrücken verkauft und vermietet, verlegt ihr Büro nach Nieheim und den Rest der Firma nach Minden. Phoenix Contact hat sich den Gebäudekomplex und das nebenstehende Wohnhaus an der Bahnhofstraße gesichert. Der Plan: Um den Arbeitsablauf auf dem weitläufigen Schieder-Gelände optimieren zu können, soll eine zweite Einfahrt entstehen.

Dafür soll der Huneke-Komplex, der direkt an das Schieder-Gelände grenzt, mit seinen Nebengebäuden abgerissen werden. Herbert Kamionka und Dr. Wesch schwebt eine günstigere Aufteilung der Fläche und der Gebäudenutzung vor. Hat sich Phoenix Contact den Huneke-Bereich erst einmal erschlossen, kann der Lastwagenverkehr dort vom Betriebsgelände abfließen. Das muss aber auch bei der Neugestaltung der Bahnhofstraße berücksichtigt werden. "Da sind wir derzeit im Gespräch mit Bürgermeister Gert Klaus", berichtet Dr. Wesch.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.