Abhängig von den jeweiligen Aufgaben eines Mitarbeiters werden bei Häcker Küchen laut Marketingleiter Karsten Bäumer ebenfalls flexible Arbeitszeiten oder eine Beschäftigung in Teilzeit angestrebt.
Auch bei Wincor Nixdorf verfügen laut Sprecher Thomas Daubenbüchel viele Mitarbeiter über flexible Arbeitszeitmodelle. Eine Vertrauensarbeitszeit, in Verbindung mit Home-Office-Modellen auch ohne komplette Freistellung, sei möglich. "Aktuell sind entsprechende Anfragen von Mitarbeitern noch vergleichsweise selten", so Daubenbüchel: "Wir sehen das als Beleg dafür, dass die individuellen Lösungen greifen."
Laut Julia Ebbeler, PR-Managerin bei Dr. Oetker, ist das Unternehmen davon überzeugt, dass Mitarbeiter ihre Leistungsfähigkeit am besten entfalten, welnn Berufs- und Privatleben in Einklang stehen. Diese Firmenphilosophie praktiziert Dr. Oetker auch mit flexiblen Arbeitsmodellen wie das Job Sharing und das Home-Office, soweit dies bei der jeweiligen Tätigkeit umsetzbar sei. "Wer einen Angehörigen pflegt, erhält Beratung und Informationen bei der Suche nach einer Betreuungslösung."
2012 startete mit dem Miele-Familienservice "ein umfassendes Programm zur Unterstützung der Beschäftigten bei der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen", so Ursula Wilms von Miele. Dabei bekommen Mitarbeiter Hilfe bei allen Fragen rund um Krankheit und Pflegebedürftigkeit. "Die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger ist neben dem persönlichen Engagement häufig mit hohem Organisationsaufwand, viel Bürokratie und finanziellen Fragestellungen verbunden", sagt Wilms. Der Familienservice entlaste bei der Organisation. "Die Resonanz auf das Beratungsangebot ist durchweg positiv", so Wilms, "wenngleich die Zahlen noch moderat sind." 2013 hätten 15 Personen die Beratung in Anspruch genommen. "Wir rechnen mit wachsendem Bedarf."
Laut Mika Steinke wenden ein Drittel der Pflegepersonen neben ihrem Beruf noch einmal 15 und mehr Stunden in der Woche für die Pflege ihres Angehörigen auf.
Mehr als die Hälfte der Pflegepersonen arbeitet so weiter wie vorher, 23 Prozent arbeiten eingeschränkt weiter, 21 Prozent beenden ihre berufliche Tätigkeit.
40 Prozent der Pflegepersonen fühlen sich sehr stark oder stark belastet.