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Hamburg

Schiffbau bringt Aufträge für OWL

Regionale Aussteller auf Schiffsmesse

Hamburg. Werftensterben, sinkende Fracht- und Charterraten, stark schwankende Auftragslage - seit sechs Jahren klagen die Schiffshersteller und ihre Zulieferer über schlechte Geschäfte. Umso gespannter blickt die Fachwelt auf die internationale Branchenmesse SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine Tech-nology), die bis morgen mit 2.100 Ausstellern aus 67 Ländern in Hamburg läuft. Regionale Firmen setzen vor allem auf Kontakte ins Ausland.

"Früher waren die Umsätze erheblich höher. Es gibt zu viele Schiffe auf den Meeren. Das Geschäft ist schwierig, aber in letzter Zeit stabil", sagt Thomas Stewers, Außendienstmitarbeiter der ARI-Armaturen Albert Richter GmbH & Co. KG aus Schloß Holte-Stukenbrock, wo 700 Menschen beschäftigt sind. Zum Angebot gehören Ventile und Prozessarmaturen für den Schiffsbau, zu den Kunden zählt die Meyer-Werft in Papenburg. Durch strengere Umweltvorschriften dürfen Schiffe künftig nicht mehr mit Schweröl fahren, die Umstellung läuft derzeit. "Dafür sind zusätzliche Aggregate nötig, die wir liefern können." Probleme gibt es dagegen im Export - in Russland werde wegen der unsicheren Lage kaum noch investiert. Stewers hofft in Hamburg auf neue Kontakte. "Die Hallen sind gut gefüllt", lautet sein Urteil zu Messebeginn.

Schaltgeräte für extreme Umgebungen, die durch ihre Robustheit auch in Seewasser, in Windkraftanlagen, auf Schiffen und U-Booten funktionieren, fertigt die Steute Schaltgeräte GmbH & Co. KG aus Löhne. "Das ist ein Geschäftsbereich, den wir neu entwickelt haben und der wächst. Das ist eine absolute Nische", sagt Marketingmanager René Scherer, der ebenfalls mit dem Messebeginn zufrieden ist. 300 Mitarbeiter erwirtschafteten 2013 rund 30 Millionen Euro Umsatz, Tendenz wachsend.

Großes Interesse in Billigländern wie China an guter Qualität made in Germany

Harting Electric in Espelkamp stellt Steckverbindungstechnik für die Energie- und Datenübertragung her. Der Umsatz im Bereich Schifffahrt liegt unter fünf Prozent. "Aber das ist ein konstanter Bereich mit Ausbauchancen. Wir sind erstmals auf der Messe vertreten und freuen uns über den guten Besuch. Gerade in Billigländern wie in China ist das Interesse an guter Qualität made in Germany groß", sagt Management-Mitarbeiter Christoph Dassow vom Vertriebsbüro Minden, wo 150 der weltweit rund 3.400 Mitarbeiter beschäftigt sind.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) 2.700 Schiffbauzulieferer, die 2013 mit 63.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 12,8 Milliarden Euro erzielten. Bei den 130 deutschen Werften arbeiten 17.000 Menschen, die einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro erzielen.

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