Bielefeld. Der Sprung auf den Massenmarkt ist rein elektronisch betriebenen Autos bis heute noch nicht gelungen. Der Hauptgrund dafür ist der Mangel an Praktikabilität: neben den teilweise exorbitanten Anschaffungskosten für das Fahrzeug selber ist eine flächendeckende Versorgung mit Ladestationen ebenfalls derart teuer, dass der Ausbau seit Jahren stagniert. Das Elektro-Auto ist damit an die heimische Steckdose gebunden, was die eigentliche Idee eines Autos - die Mobilität - ad absurdum führt.
Vodafone plant nun dieses Problem in ein sprudelndes Geschäft zu verwandeln. In Kooperation mit dem Startup-Unternehmen Ubitricity strebt das Unternehmen eine Versorgung an, deren infrastrukturelle Basis bereits vorhanden ist: die Straßenlaterne. An 2 Prozent der 10 Millionen deutschen Straßenlaternen soll künftig Strom zum Aufladen des eigenen Kfz entnommen werden können.
Jeder Kunde bekommt einen mobilen Zähler. Das Gerät verbindet sich dabei mit einer Meldestelle und zeichnet den genauen Verbrauch auf. Die anschließend entstehenden Kosten der Stromanbieter werden über Ubitricity an den Endkunden weitergeleitet. Vodafone übernimmt dabei die Datenübertragung. "Kosten und Aufwand sind so gering, dass es vom reinen Goodwill der Städte abhängt, wann der Markt betreten werden kann", sagt Thomas Georg Höpken, Pressesprecher von Vodafone.
Wesentlich realer ist der Ausbau des Mobilfunknetzes, den Vodafone mit einem 8 Milliarden Euro schweren Paket bereits bundesweit befeuert. Abgeschlossen wird die Großoffensive auf die Mitbewerber im Jahr 2016, wie Höpken im Rahmen der jährlichen Innovationstour weiter verkündet.