Bielefeld/Herford (nw). Der NW-Test an den Türen von Diskotheken in Bielefeld und Herford hat etliche Reaktionen hervorgerufen. 13 Asylbewerber hatten vergeblich versucht, Einlass zu erhalten. Viele Leser meldeten sich, um von ähnlichen Erfahrungen zu berichten oder ihren Lieblingsclub zu verteidigen. Inzwischen sprechen auch die Türsteher. Aktive Einlasskontrolleure berichten von den Herausforderungen ihres Jobs, ehemalige Disko-Mitarbeiter erheben dagegen schwere Vorwürfe.
"Als ich Türsteher war, habe ich immer versucht, mit den Gästen zu reden und Probleme friedlich zu klären, aber irgendwann habe ich diese Form der Türpolitik nicht mehr ausgehalten und gekündigt." Diese Worte stammen von einem Bielefelder, der mehrere Monate an der Tür des Movies den Einlass regelte. Der Club auf dem Bahnhofsvorplatz ist bekannt für sein eigentlich bunt gemischtes Publikum. Metal-Musik oder Reggae-Partys bestimmen das Programm.
Beim Disko-Test am vergangenen Wochenende hatten auch drei der jungen Männer versucht, in den Club zu gelangen - ebenso wie an sechs anderen Disko-Türen vergeblich. Ohne eine Kontrolle der Ausweise wurden zwei der Asylbewerber in Begleitung eines Deutschen aus Herford abgewiesen. "Das hat im Movie System", erzählt jetzt der ehemalige Türsteher.
So habe er einmal zwei türkischen Männern Einlass gewährt. "Sie waren höflich und unauffällig." Bereits nach zehn Minuten sei er aber vom Inhaber des Clubs, Volker Skopp, aufgefordert worden, die Gäste "rauszuwerfen". "Er hat gesagt, die zwei hätten auf der Toilette Kokain konsumiert." Die Beschuldigten hätten die Vorwürfe bestritten und angeboten, sich durchsuchen zu lassen oder die Polizei zu holen, aber der Türsteher habe auf Anweisung des Chefs den Rauswurf vollzogen.
Volker Skopp sagt im Gespräch mit der NW, er könne sich an diese spezielle Situation nicht erinnern. "Welche Nationalität unsere Gäste haben, ist uns egal. Aber wenn jemand Ärger macht und andere Leute im Club belästigt, nehmen wir das nicht hin." Dazu gehörten auch Rempeleien auf der Tanzfläche.
Ausladender Tanzstil eines Gastes fällt auf
Auch Skopps ehemaliger Mitarbeiter erinnert sich, dass der ausladende Tanzstil eines Gastes dem Club-Besitzer einmal auffiel. "Der Chef meinte, der Mann sei besoffen." Der Gast habe ihm dann einen Behindertenausweis gezeigt. "Er hatte eine Gehbehinderung, deswegen hat er beim Tanzen getorkelt." Volker Skopp habe dennoch darauf bestanden, dass der Mann den Club verlässt.