Bielefeld/Düsseldorf. Über den Beginn des Weihnachtsgeschäfts freuen sich nicht nur Einzelhandel und Online-Verkaufsplattformen, sondern auch Betrüger, die aus der Suche nach Schnäppchen Profit schlagen. Die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt NRW warnen vor zunehmenden Betrug durch Fake-Shops im Internet. Immer häufiger erweisen sich Sonderangebote als betrügerische Täuschungen. Allein im vergangenen Jahr zählte die Polizei in NRW rund 25.000 Fälle mit einem Schaden von 7,5 Millionen Euro.
Bei den Fake-Shops handelt es sich um gefälschte Verkaufsplattformen, die realen Onlineshops täuschend ähnlich sehen. Nach Angaben des LKA ändern Kriminelle eine bekannte real existierende Domain eines Webshops ab und bieten beliebige Artikel unter ähnlicher Aufmachung im Onlinehandel an. Insbesondere hochwertige Markenartikel werden günstig offeriert und potenziellen Käufern gegen Zahlung per Vorkasse angeboten.
Verbraucherschützer in OWL
In OWL können sich Betroffene persönlich an Verbraucherschützer in den Beratungsstellen Bielefeld (August-Bebel-Str. 88), Paderborn (Grunigerstraße 2), Gütersloh (Blessenstätte 1) und Minden (Portastr. 9) wenden. Weitere Informationen unter www.verbraucherzentrale.nrwDie Bielefelderin Yasmin Krezsko ist bereits zweimal Opfer von Betrügern geworden, die Markenartikel auf Fake-Shops im Stil des Online-Versandhändlers Amazon angeboten haben. „Ich habe Schuhe und Jacken bestellt und anstelle der Markenwaren minderwertige Produkte erhalten", erklärt die 29-Jährige. „Die Fake-Shops sehen fast genauso aus wie die originalen Pendants. Die Unterschiede sind kaum zu erkennen, vor allem, wenn man mobil über Smartphones shoppt."
Die Verbraucherzentrale bestätigt, dass untrügliche Erkennungszeichen bei Fake-Shops Fehlanzeige sind. „Ob es bei den Angeboten immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar", erklärt ein Sprecher der Verbraucherzentrale. Betrüger, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen bei ihren Fälschungen immer perfekter und perfider vor. „Durch das Kopieren oder Fälschen von Produktbildern und Informationen aus realen Internetseiten wirkt ein Fake-Shop täuschend echt." Um Seriosität vorzugaukeln, kupfern Betrüger das Impressum mit der Händleradresse oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von anderen Seiten ab.
„Wer in die Falle tappt und den verlangten Betrag vorab überweist, hat kaum eine Chance, sein gezahltes Geld jemals wiederzusehen", warnt der Verbraucherschützer. „Durch Delikte im Internet wie Warenbetrug entsteht ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden", ergänzt der LKA-Direktor Uwe Jacob. In den Wochen um Weihnachten rechnet das LKA mit einem Anstieg der Fallzahlen.
Tipps für Onlinekäufer
Um solche Schäden zu verhindern, geben die Verbraucherschützer folgende Tipps:- Keine Spontankäufe: Vor dem Kauf den Preis des Produkts bei anderen Anbietern vergleichen.
- Informieren: Den Namen des Onlineshops in eine Suchmaschine eingeben, um negative Erfahrungen anderer Kunden herauszufinden. Vor allem in Selbsthilfeforen erfahren Onlinekäufer, ob der ausgewählte Onlinehändler unseriös arbeitet.
- Sichere Zahlungswege wählen: Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen. Auf keinen Fall Zahlungsdienste wie Western Union, Paysafe oder Ukash nutzen.
- Bank informieren: Wenn Opfer feststellen, dass sie Geld an einen Fake-Shop überwiesen haben, sollten sie umgehend die Bank informieren. Überweisungen können jedoch nur kurzfristig rückgängig gemacht werden. Beim Lastschriftverfahren können Abbuchungen noch nach einigen Tagen storniert werden. Bei anderen Zahlungsarten wie dem Bargeldtransfer sollten Opfer den Dienstleister kontaktieren und die Transaktion stoppen lassen.
- Beweise sichern: Kaufvertrag, Bestellbestätigung und E-Mails ausdrucken.
- Anzeige erstatten: Mit den gesicherten Unterlagen sollten sich Opfer umgehend an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Nur dann können Fake-Shops gelöscht werden.