Lippische Landes-Zeitung: Nachrichten aus Lippe, OWL und der Welt

OWL

In Ostwestfalen-Lippe kommt DVB-T2 erst 2018

Bielefeld. Ab heute wird der neue Standard des terrestrischen Fernsehens in Deutschland eingeführt. Das bisher genutzte digitale Fernsehsignal DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) wird abgeschaltet. Doch vorerst nicht in Ostwestfalen-Lippe. Dort bleibt bis 2018 alles beim Alten. Die Umstellung startet zuerst an Rhein und Ruhr.

Ein Blick auf die Verbreitungskarte des neuen hochauflösenden Digitalstandards zeigt, dass die Region vorerst ein weißer Fleck bleibt. Das heißt, der alte Standard wird weiter über die Sender Hünenburg in Bielefeld und Teutoburger Wald nahe des Hermannsdenkmals abgestrahlt.

Lediglich in den Hochlagen des Teutoburger Waldes und der Egge sowie in den Räumen Harsewinkel, Langenberg, Rietberg, Delbrück und Salzkotten kann es sein, dass ein schwaches Signal des neuen DVB-T2-HD-Standards mit einer Dachantenne von den Sender aus dem Dortmunder und Hammer Raum empfangen werden kann.

Wer zu Hause sein Fernsehsignal über eine Satellitenschüssel oder aus dem Kabel empfängt, der ist von der Umstellung nicht betroffen. Das sind die meisten Fernsehzuschauer. Bundesweit gibt es rund 3,34 Millionen Fernsehzuschauer, die DVB-T nutzen, darunter sind rund 1,3 Millionen, die dies als einzigen Empfangsweg gewählt haben. Diese müssen sich ein neues Fernsehgerät mit eingebauten DVB-T2-Empfänger oder eine neue Set-Top-Box kaufen. Der Empfang der hochauflösenden digitalen Sendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender wie ARD und ZDF ist weiterhin kostenlos. Lediglich die Rundgebühr ist zu zahlen. Wer in den Genuss der privaten Fernsehsender kommen möchte, muss nach einer zunächst kostenlosen Probephase einen Vertrag mit dem Vermarkter freenet TV abschließen.

Spätestens ab Juli kostet das Programm der Privaten in hoher Auflösung 69 Euro im Jahr. Auch ein Überspringen der Werbeblöcke soll dann nicht mehr möglich sein. "Wir gehen davon aus, dass der Großteil der betroffenen Nutzer die Umstellung auf das Bezahl-Fernsehen mitmachen wird", sagte der Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform, Andre Prahl. Die Abogebühr bei freenet TV von 5,75 pro Monat bezieht sich auf ein Gerät. Wer mehrere Empfangsgeräte betreiben möchte, muss mehrere Abos abschließen.

Information
Im Juni endet analoges Kabel-TV

Aber auch Fernsehzuschauern, die ihr Signal aus dem Kabel bekommen, kündigt sich eine Änderung an. Ingo Mehnert, Paderborner TV-Fachhändler, weißt darauf hin, dass am 27. Juni das analoge Kabelfernsehen in Nordrhein-Westfalen abgeschaltet wird. Nach diesem Datum ist das Fernsehsignal aus dem Kabel nur noch digital. Mehnert rät zu überprüfen, ob die heimischen Fernsehgeräte den digitalen Kabelempfang unterstützen. "Das ist am DVB-C-Logo an der Vorderseite des Fernsehers zu erkennen", sagt Mehnert. Wer mit einem alten TV-Gerät oder gar noch mit einem Röhrengerät fernsieht, muss dann über eine Aufrüstung nachdenken. "Bei neueren TV-Modellen ist der notwenige DVB-C-Tuner meist schon integriert", erklärt der Geschäftsführer von Expert-Beverungen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2026
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.