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Bielefeld

Der Studienfonds OWL fördert so viele Studierende wie nie

Bielefeld. Mit prominenter Unterstützung von Markus Miele, Florian Kehrmann, Friederike Strate, Ortwin Goldbeck, Wolf D. Meier-Scheuven und vielen weiteren Größen aus Wirtschaft, Sport und Gesellschaft hat die Stiftung „Studienfonds OWL" der fünf staatlichen Hochschulen in der Region ihr Jubiläumsjahr mit 111 neuen Stipendien abgeschlossen. Das Ziel, bis zum Sommer 100 neue Stipendien vergeben zu können, hat die Stiftung damit übertroffen.

„Dank unserer Jubiläumskampagne haben wir den Bekanntheitsgrad der Stiftung erhöht und unser Netzwerk erweitert", erklärt die Geschäftsführerin der Stiftung, Katja Urhahne. In der zehnjährigen Geschichte des Studienfonds ist die Kampagne „OWL gebraucht seinen Kopf" das bislang größte und erfolgreichste Projekt. 62 neue Förderer hat die Stiftung in den vergangenen zwölf Monaten gewinnen können. „Zudem haben acht bestehende Förderer die Zahl ihrer Stipendien aufgestockt und sieben Aussteiger wieder mit einer Förderung begonnen."

Information

Bewerbungsstart

Die Stiftung Studienfonds OWL finanziert wieder Stipendien für finanziell bedürftige Studierende. Bis zum 31. August können sich Studierende und Studieninteressierte der fünf staatlichen Hochschulen in OWL für ein Sozialstipendium bewerben. Mit dem Stipendium werden finanziell bedürftige Studierende über ein Jahr mit 500 Euro pro Semester unterstützt.

www.studienfonds-owl.de

Einer der neuen Förderer ist der Bielefelder Unternehmer Hermann Vogel, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens „Beckmann & Partner Consult". „Wir sind davon überzeugt, dass die Stiftung OWL gut tut, weil sie die Sichtbarkeit der Hochschulen erhöht und talentierte Köpfe in OWL hält", erklärt Vogel. „Zudem profitiert das Unternehmen. Wir merken bereits nach einjähriger Förderung, dass wir mehr Bewerbungen erhalten." Deshalb empfiehlt Vogel das Programm weiter. „Die Förderer profitieren ebenso wie die Stipendiaten, weil das Programm ein großes Netzwerk umfasst."

Die Resonanz von Unternehmern wie Hermann Vogel hat Urhahne und ihr Team überwältigt. „Wir haben viele Gespräche geführt. Zunehmend auch mit privaten Spendern, wie zum Beispiel einem 90-jährigen Mann, der sich zum Geburtstag anstelle von Geschenken Geld für den Studienfonds gewünscht hat", sagt Urhahne.

Ebenso wie die Zahl der Förderer und Stipendien, derzeit fördern 150 Unternehmen, Stiftungen, Vereine, Privatpersonen, Kommunen und Banken mehr als 400 Studenten, wachse auch das ideelle Förderprogramm, erklärt Urhahne. „Mit neuen Kooperationen wie mit dem Bielefelder Theater und anderen Institutionen in der Kulturszene der Region haben wir auch das Veranstaltungsangebot ausgeweitet." Die Stiftung soll so künftig als institutioneller Partner wahrgenommen werden, auch außerhalb von Wissenschaft und Wirtschaft, hofft Urhahne. „Zudem möchten wir in der Region eine Stipendienkultur schaffen."

Mit großen Hoffnungen verbindet die Geschäftsführerin der Stiftung deshalb die Entscheidung des ehemaligen Stipendiaten Michael Wabiszczewicz, der mit Beginn des Wintersemesters 2017/2018 selbst zum Förderer wird. Der 28-Jährige hat im November 2015 während seines Studiums an der Universität Paderborn mit einem Kommilitonen das Unternehmen „Raum & Zeit – Adventure Games" gegründet und bietet seitdem in Bielefeld Escape Games an.

„Die Förderung hat mir Zeit für mein Studium ermöglicht und Kontakte vermittelt, wie zum Beispiel einen Platz für meine Masterarbeit", erklärt Wabiszczewicz, der ein Jahr lang von Miele gefördert wurde. „Da ich selbst erlebt habe, dass das Geld in der Förderung von Studenten gut angelegt ist, habe ich mich auch für eine Förderung entschieden." Für Urhahne ist das ein wichtiges Zeichen, auch in Richtung der mehr als 1.700 Alumni.

Um im Wettbewerb um gute Studenten und Arbeitskräfte im Konkurrenzkampf der Regionen bestehen zu können, vergibt die Stiftung „Studienfonds OWL" Stipendien an bedürftige Studenten (Sozialstipendien) und exzellente Studenten (Leistungsstipendium). „Die Leistungsstipendien werden im Programm der Deutschlandstipendien vergeben und belaufen sich auf 3.600 Euro im Jahr", erklärt Urhahne.

Jedes Deutschlandstipendium wird jeweils zur Hälfte mit 1.800 Euro durch Mittel des Bundes und durch Spendengelder der Förderer des Studienfonds finanziert. „Allerdings ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, denn der Bund würde in OWL 900 Stipendien fördern", erklärt Urhahne. „Deshalb arbeiten wir weiter daran, potenzielle Förderer von dem Programm zu überzeugen."

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