Disko-Schießerei: Festgenommene frei - Verdächtiger in den Irak geflohen

Ulf Hanke

Vor der Diskothek "Mondo" in Bad Oeynhausen wurden bei einer Schießerei zwei Türsteher verletzt. - © Kristina Grube
Vor der Diskothek "Mondo" in Bad Oeynhausen wurden bei einer Schießerei zwei Türsteher verletzt. (© Kristina Grube)

Bad Oeynhausen. Die Polizei sucht nach der Schießerei an der Bad Oeynhausener Diskothek „Mondo" weiter nach einem 30-jährigen Tatverdächtigen aus der nordiraksich-kurdischen Großfamilie. Der Mann ist offenbar weiter flüchtig.

Zwei weitere mit Haftbefehl gesuchte Verdächtige, die am Freitag bei zwei Hausdurchsuchungen in Bad Oeynhausen verhaftet wurden, bleiben jedoch in Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Totschlag vor.

Bereits am Freitag wurden neun bei der Durchsuchung verhaftete Familienmitglieder wieder freigelassen. Gegen sie wird nicht wegen versuchten Totschlags, sondern wegen möglicher Körperverletzungen ermittelt.

In der Nacht zu Sonntag, 23. September, hatte eine größere Gruppe Männer offenbar die Türsteher der Diskothek überfallen und schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.Zuvor waren zwei Männer aus der Gruppe offenbar alkoholisiert an der Tür abgewiesen worden.

Zwei Wohnhäuser gestürmt

Spezialeinheiten der Polizei hatten Freitag in den frühen Morgenstunden auf der Suche nach den Tatverdächtigen die beiden Wohnhäuser im Bad Oeynhausener Ortsteil Rehme und in der Südstadt gestürmt und die zwei mit Männer im Alter von 38 und 26 Jahren verhaftet, die an der Schießerei beteiligt gewesen sein sollen.

Bei dem 38-jährigen Bewohner fanden die Beamten eine scharfe Waffe auf dem Nachttisch. Derzeit wird nach Angaben von Michael Kötter aus dem Bielefelder Polizeipräsidium geklärt, ob es sich bei dieser Waffe um die Tatwaffe handelt.

Bei dem 26-jährigen Hausbewohner fand die Polizei keine Schusswaffe. Im Haus wurden allerdings diverse Schlaggeräte, Messer und eine Schreckschusspistole von den Polizeikräften sichergestellt.

Ein Verdächtiger soll sich in den Irak abgesetzt haben

Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Mordkommission „Werre" hat sich der dritte Haupttatverdächtige bereits am Mittwoch, 26. September, in den Irak abgesetzt. Der 30-Jährige war über den Flughafen Frankfurt am Main ausgereist.

Bei den Hausdurchsuchungen hatten die Ermittler Reiseunterlagen des zuletzt in Bad Oeynhausen wohnenden, 30-jährigen Deutsch-Irakers gefunden. Gegen ihn wurde ein Internationaler Haftbefehl beantragt.

Die Mordkommission wertet derzeit die Ergebnisse der Durchsuchungen aus. Die Ermittler gehen davon aus, dass 18 Männer die Diskothek überfallen haben. Die beiden Untersuchungshäftlinge haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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