NRW: Reiserückkehrer können sich zweimal testen lassen

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Start von Corona-Tests an Flughäfen (© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)

Düsseldorf (epd). Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium will Reiserückkehrern aus Risikogebieten ermöglichen, sich innerhalb einer Woche zweimal auf Corona testen zu lassen. „Der Test kann einmal wiederholt werden. Dies ist auch umsetzbar", sagte ein Ministeriumssprecher der Rheinischen Post. So hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen ihre zugelassenen Labore gebeten, die Laborkapazitäten auszuweiten.

Die Testzentren an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf, Münster/Osnabrück und Dortmund würden mit Honorarkräften betrieben, hiervon stünden ausreichend zur Verfügung. Für die Testung bei niedergelassenen Ärzten werde zudem ein entsprechender Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und Westfalen Lippe und dem Land vorbereitet, sagte der Sprecher.

Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hält Strategie für nicht zielführend

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hält dagegen eine Wiederholung des Tests nach drei Tagen dagegen für überflüssig. „Eine solche Teststrategie halten wir unabhängig von der Verfügbarkeit für nicht zielführend", sagte ein Sprecher der KV Nordrhein.

Der Hausärzteverband Nordrhein warnt unterdessen vor einem Ansturm auf Arztpraxen. Die niedergelassenen Ärzte könnten von den Heimkehrern aus Risikogebieten, die nicht per Flugzeug reisen, überfordert werden, sagte der Verbandsvorsitzende Oliver Funken der Rheinischen Post. Die Praxen sollten testen, müssten aber zugleich die Regelversorgung aufrechterhalten. „Da eine klare Trennung hinzubekommen, wird extrem schwierig werden."

Schon jetzt erlebten Hausärzte, dass zahlreiche Menschen nicht erst anriefen, wenn sie einen Test haben wollten, sondern einfach in der Praxis erschienen. „Das wird mit der Rückkehrwelle noch weiter zunehmen", zeigte sich Funken besorgt.

Der Verband schlägt vor, dass neben der Einrichtung weiterer Testzentren auch Praxen in einem rollierenden System Testungen für die Rückkehrer aus den Risikoländern anbieten, die nicht mit dem Flugzeug gereist sind. „Sie müssten aber für den Ausfall dann auch entsprechend entschädigt werden", forderte Funken. Die Rotation sei nötig, um die Patienten ohne Corona-Risiko nicht abzuschrecken.

Hausärzte fühlen sich in der Krise allein gelassen

Funken kritisierte, dass die Hausärzte bisher mit der Situation alleingelassen würden. „Wir hatten bereits im April das Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auf das Problem hingewiesen. Es ist seitdem aber nichts passiert."

Laut der Corona-Einreiseverordnung müssen Personen, die in einem Risikogebiet waren, sich in Quarantäne begeben und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Ausgenommen sind Personen, die ein negatives Testergebnis aufweisen können.

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