Berlin/Bielefeld (dpa/nw). Der großflächige Verkauf von Corona-Selbsttests im Einzelhandel hat begonnen. Beim Discounter Aldi sind die Tests seit Samstagmorgen direkt an der Kasse erhältlich. Vielerorts waren sie aber bereits nach kurzer Zeit ausverkauft, so auch in Bielefeld, Herford und Minden. Von der riesigen Nachfrage ist der Discounter überrascht. „Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft", teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe den Discounter „in dieser Intensität doch überrascht".
Aldi bittet Kunden, die leer ausgegangen sind, um Verständnis. In der neuen Woche werde bereits mit den nächsten Lieferungen gerechnet. Schon vorab hatte der Discounter darauf hingewiesen, dass die Aktionsware bereits am ersten Aktionstag vergriffen sein könnte. Viele Kunden sind jedoch enttäuscht, dass die Tests Samstagmorgen bereits kurz nach Öffnung der Läden vergriffen waren.
Lidl startet Verkauf im Onlineshop
Bei Konkurrent Lidl sind die Tests seit Samstag im Onlineshop verfügbar. Bald wollen aber auch Lidl sowie Rewe und Edeka die Tests in Supermärkten anbieten. Die Drogeriemarkt-Ketten Rossmann und dm planen den Start für Dienstag. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.
Bei Aldi ist die Abgabemenge der in Deutschland produzierten Tests zunächst auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung kostet rund 25 Euro. Sie enthält fünf Tests. Zum Vergleich: Auch Lidl bietet Kunden im Onlineshop eine Packung mit fünf Tests an - für 21,99 Euro.
Fällt der Selbsttest positiv aus, muss ein PCR-Abstrich durchgeführt werden
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte am 24. Februar die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Bislang gibt es sieben Sonderzulassungen. Den regulären Weg, Medizinprodukte auf den Markt zu bringen, stellt die CE-Kennzeichnung durch Zertifizierungsstellen dar. Das Bundesinstitut geht davon aus, dass Hersteller auch den regulären Weg nutzen werden.
Bei Selbsttests gilt: Ein positives Ergebnis muss durch einen PCR-Test beim Arzt oder in einem Testzentrum überprüft werden. Und auch bei einem negativen Ergebnis sind die Corona-Regeln weiterhin einzuhalten.
Bei Lockerungen von Corona-Beschränkungen setzt die Bundesregierung jedoch nicht nur auf Selbsttests, sondern auch auf Schnelltests. Angeboten werden soll künftig zumindest ein kostenloser Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Dazu wird durch geschultes Personal etwa in Apotheken, Testzentren oder Praxen ein Nasen- oder Rachenabstrich genommen. Die Probe kommt auf einen Streifen, der nach 15 bis 20 Minuten mit einer Verfärbung reagiert.