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Gütersloh

Dreijähriger wird in Gütersloh von Notarztwagen angefahren

Gütersloh. Retter-Drama in Gütersloh: Auf dem Rückweg von einem Einsatz hat am Sonntagnachmittag ein Notarztwagen ein Kind angefahren. Vor den Augen seiner Eltern ist der dreijährige Junge plötzlich vor den Wagen gelaufen und schwer verletzt liegengeblieben. Großeinsatz für die Rettungskräfte.

Es ist 14.42 Uhr. Mit seiner Familie und weiteren Verwandten steht der kleine Junge auf dem Bürgersteig an der Blessenstätte/Ecke Dalkestraße in Gütersloh. Nach einem Verwandtenbesuch wird ein Auto für die Rückfahrt beladen. Plötzlich rennt der Junge auf die Straße und wird von dem Notarztwagen, der nicht mehr so schnell bremsen kann, erfasst. Mit großer Wucht wird das Kind auf den Asphalt geschleudert. Sofort kümmert sich der Rettungssanitäter um den Jungen, zwei weitere Notärzte sind schnell an der Unfallstelle und leisten erste Hilfe.

Christoph 13 fliegt ihn in ein Osnabrücker Krankenhaus
Der Rettungshubschrauber Christoph 13 wird angefordert, der rund 80 Meter weiter, mitten auf der Kreuzung vor der Stadtbibliothek landet. Es dauert fast 25 Minuten, bis der Dreijährige transportfähig ist. Der Hubschrauber fliegt ihn in ein Osnabrücker Krankenhaus. Zahlreiche Schaulustige beobachten die Geschehnisse. Einige Gaffer filmten die Situation auch mit ihren Handys, sie wurden von der Polizei aufgefordert, ihre Aufnahmen zu löschen. Auch der 29-jährige Fahrer des Notarztwagens braucht Hilfe. Er steht unter einem schweren Schock.

Die Eltern und Freunde des Unfallopfers sind völlig fertig mit ihren Nerven und fallen sich weinend in die Arme. Sie können die dramatischen Sekunden kaum fassen. Ein Notfallseelsorger versucht sie zu beruhigen. Dann die erlösende Nachricht: „Der Junge ist zwar schwer verletzt, schwebt aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr."

Der Unfallhergang muss noch geklärt werden

„Wie genau es zu dem Unfall kam und warum das Kind auf die Fahrbahn gelaufen ist, wissen wir noch nicht", erklärt Polizeihauptkommissar Jan Kerkloh vor Ort. Man warte noch auf einen Sachverständigen. „Außerdem haben wir die Spuren gesichert und müssen diese erst auswerten." Auch einige Zeugen werden befragt. Der Straßenabschnitt ist für mehr als drei Stunden während der Unfallaufnahme komplett gesperrt. Der in den Unfall verwickelte Notarztwagen, an dem auf dem ersten Blick keine Spuren des Unfalls sichtbar sind, wird später abgeschleppt.

Offenbar spielt eine bunte Kinderpfeilpistole eine schwerwiegende Rolle, die an einer Bordsteinkante gefunden wird. Wenige Meter davon entfernt liegt ein Plastikpfeil. „Es kann sein, dass der Dreijährige kurz zuvor den Pfeil abgeschossen hat, ihn sich dann wiederholen wollte und auf die Straße lief", vermutet ein Augenzeuge den Unfallhergang. Die Ermittlungen dauern an.

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