Gütersloh. Keine Abfuhr! In Gütersloh bekommen Müllsünder beim falschen Befüllen ihrer Bio-Tonne seit anderthalb Monaten die Rote Karte gezeigt. Denn seit dem 1. Mai gilt in ganz Deutschland die strenge, neue Bioabfall-Verordnung. Die Stadt kontrolliert verstärkt, bei Verstößen drohen Konsequenzen. Wer nicht ordnungsgemäß trennt und zu viele Störstoffe wie Plastik oder Glas hinein wirft, der sieht Rot und dessen Tonne bleibt stehen. Wie wirken sich die verschärften Regeln bislang auf die Dalkestadt aus und wie ordentlich sind die Gütersloher in Sachen Mülltrennung? Für die Redaktion haben die städtischen Fachbereiche Stadtreinigung und Umweltschutz ein Zwischenfazit gezogen. „Die erste seit Mai durchgeführte Kontrollphase hat gezeigt, dass die Mülltrennung in den meisten Haushalten bei uns korrekt erfolgt. Etwa vier Prozent der pro Tour kontrollierten Behälter erhalten eine Rote Karte, die aufgrund von Fehlbefüllung nicht geleert werden“, schildert Stadtsprecherin Monika Olszewski. Das Ziel der verschärften Regeln ist es, die Qualität des gesamten Bio-Abfalls deutlich zu verbessern. Dafür überprüft die Stadt Gütersloh nun seit einigen Wochen vermehrt den Inhalt der Kompost-Tonnen – mit stichprobenartigen Sichtkontrollen. Tonnen in Gütersloh nach Zufallsprinzip kontrolliert Tatort Biomüll-Tonne: Den kritischen Blick in die stinkenden Rolleimer werfen in Gütersloh die Mitarbeiter der Stadtreinigung und Kräfte, die ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim Fachbereich Umweltschutz absolvieren. Durch ihren Einsatz sollen das Bewusstsein für eine saubere Trennung gestärkt werden und aus dem Stadtgebiet Gütersloh keine stark verunreinigten Bioabfälle mehr das Kompostwerk erreichen. Nach einer ersten Kontrollrunde folgt in Gütersloh nun die zweite Phase, die aber eine entscheidende Änderung mit sich bringt. „Die Bio-Tonnen in Gütersloh werden auch in den nächsten Wochen weiter nach dem Zufallsprinzip kontrolliert und falsch befüllte Tonnen mit Roten Karten gekennzeichnet“, kündigt die Stadtsprecherin an. Die am Griff hängende Pappe informiert die Bürger darüber, welche Abfälle in der Kompost-Tonne erlaubt sind, also etwa Gartenabfälle und Essensreste, und welche nicht. Verboten sind Plastik und auch kompostierbares Plastik, die auch in Gütersloher Biomüll immer wieder zum Ärgernis werden. Änderung: Bald keine kostenlose Nachleerung mehr Auf der Roten Karte wird auch angekreuzt, warum der Behälter nicht geleert wurde. Es finden sich wichtige Kontaktdaten der Stadtreinigung und der Abfallberatung. Zudem zeigt die Karte auf, welche Möglichkeiten es gibt, wenn die Tonne falsch befüllt stehen gelassen wurde. Bislang konnte man neben kostenpflichtigen Angeboten eigenständig nachsortieren und den Behälter bei der nächsten Leerung erneut bereitstellen oder den Inhalt der Stadtreinigung (Goethestraße 16) zur Entsorgung kostenlos anliefern. Doch damit ist es nun vorbei. Ab Montag, 23. Juni, mit Beginn der zweiten Kontrollphase in Gütersloh wird die Sonderleistung der nachträglichen Leerung – unabhängig von einer Nachsortierung – nur noch kostenpflichtig möglich sein. Der Preis für eine Nachleerung liegt derzeit noch pauschal bei 15 Euro, soll aber mit Änderung der Abfallgebührensatzung zum Jahr 2026 angehoben werden. Was darf in die Biotonne und was nicht? Die Stadt Gütersloh zeigt sich mit der ersten Phase nach der Verschärfung der Verordnung zufrieden. So hätten die Kontrollen gezeigt, dass viele Haushalte ihre Bio-Abfälle bereits korrekt trennen würden. „Viele Fehlwürfe, die auf Unwissenheit beruhen, wie etwa die Nutzung von kompostierbaren Plastiktüten in der Bio-Tonne, konnten im Rahmen der ersten Kontrollaktion mit den Betroffenen geklärt werden“, erläutert die Stadtsprecherin. Trotzdem landen immer wieder Dinge in Gütersloher Kompost-Tonnen, die dort nichts zu suchen haben. Ein Tipp vom Fachbereich Umweltschutz: Für feuchte Bio-Abfälle eignen sich statt Plastiktüten alternativ Zeitungspapier, Küchenkrepp, unbeschichtete Papiertüten oder Bäckertüten. Diese würden sich obendrein gemeinsam mit den Abfällen in der Kompost-Tonne entsorgen lassen. Was genau in die Bio-Tonne darf und was nicht, darüber informiert die Stadt Gütersloh in ihrem Abfall-ABC. Die Behörde appelliert an alle Bürger, die Kompost-Tonne richtig zu befüllen – für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, zum Schutz der Umwelt und – nicht zuletzt – um unnötige Zusatzkosten zu vermeiden.