Düsseldorf/Bielefeld. In Nordrhein-Westfalen rutscht bald fast jeder vierte Autofahrer in der Haftpflichtversicherung in eine höhere Regionalklasse. Das teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jetzt mit. Einmal im Jahr werden die Regionalklassen von der Versicherungswirtschaft neu berechnet. Diese Regionalstatistik ist dabei für die Versicherer unverbindlich, wird jedoch von den meisten Unternehmen bei der Berechnung der Tarife herangezogen. Laut GDV kann das ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr gelten. Was ist eine Regionalklasse in der Haftpflichtversicherung? Die Regionalklassen bestimmen darüber mit, wie hoch die Versicherungsprämie für Autobesitzer im folgenden Jahr ausfällt. Sie sollen das Risiko eines Schadens in einer bestimmten Region abbilden. Je niedriger die Klasse, desto günstiger sei die Prämie, heißt es seitens des ADAC. Allerdings fließen auch andere Faktoren in die Berechnung der Prämie ein. Deshalb könne die Kfz-Versicherung für einzelne Autofahrer unter Umständen trotz günstigerer Regionalklasse teurer werden, so der ADAC weiter. Maßgeblich für die jeweiligen Kosten sei dabei der Wohnort des Halters, nicht der Ort des Schadens. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es zwölf Regionalklassen. Die zwölfte Klasse gilt dabei in NRW nur in Gelsenkirchen. In Klasse 11 sind Essen, Wuppertal, Hagen und Remscheid eingestuft. Am anderen Ende liegen mit Regionalklasse vier die Bezirke Borken, Coesfeld, Höxter, Paderborn, Soest, Steinfurt, Warendorf und Münster. .responsive23-fvc5hEjEBagrdLCP-choro-kfz-haftpflichtversicherung-owl { width: 100%; padding-top: 100%; } @media (max-width: 600px) { .responsive23-fvc5hEjEBagrdLCP-choro-kfz-haftpflichtversicherung-owl { padding-top: 100%; } } @media (max-width: 360px) { .responsive23-fvc5hEjEBagrdLCP-choro-kfz-haftpflichtversicherung-owl { padding-top: 142.86%; } } Welche Versicherungen fließen in die Bestimmung der Regionalklasse mit ein? Für die Berechnung der Regionalklassen werden die Schadenbilanzen, also die der Zulassungsbezirke, analysiert. Bei der Berechnung der Kfz-Haftpflichtversicherung (Klassen 1 bis 12) kommt es auf die Versicherungsleistungen an geschädigte Dritte an – also in der Regel an die Unfallopfer. Bei der Vollkaskoversicherung in den Klassen 1 bis 9 werden die Versicherungsleistungen nach selbstverschuldeten Unfällen einbezogen. Als Teilkasko-Schäden in den Klassen 1 bis 16 gelten unter anderem Autodiebstähle, Glasschäden, Fahrzeugbrände, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse. Wo gibt es höhere Einstufungen? Unter den höher eingestuften Bezirken sind Bielefeld, Bochum, Oberhausen, Hamm und Wesel. Dort könnte die Kfz-Versicherung für rund zwei Millionen Versicherte nun teurer werden. Bielefeld bewegt sich dabei aus Regionalklasse 9 in Regionalklasse 10. Mit welchen Preiserhöhungen Autobesitzer konkret rechnen müssen, lässt sich nicht pauschal beantworten, teilt eine ADAC-Sprecherin auf Nachfrage mit. Der Grund: Die Kosten der Versicherung sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Der ADAC unterscheidet dabei zwischen objektiven und subjektiven Kriterien. Zu den objektiven Kriterien gehören beispielsweise die Typklasse, das Fahrzeugalter beim Kauf und die Nutzung. Zu den subjektiven Kriterien wiederum gehören etwa die Regionalklasse der Region, in der das Fahrzeug zugelassen ist oder die jährliche Kilometerfahrleistung. Wo gibt es niedrigere Einstufungen? Niedrigere Einstufungen gibt es in den vier Bezirken Gütersloh, Soest, Lippe und Steinfurt mit insgesamt rund 840.000 Autofahrerinnen und Autofahrern. So rutscht Gütersloh von Regionalklasse 6 in Regionalklasse 5. „Die beste Schadenbilanz erreichte der Bezirk Höxter, in Gelsenkirchen war die Schadenbilanz am schlechtesten“, sagt eine GDV-Sprecherin. Nach Angaben der Versicherungsgesellschaft liegt Höxter in der Regionalklasse 4. Welche Versicherungen sind von den Veränderungen betroffen? In der Kaskoversicherung ändere sich in Nordrhein-Westfalen laut GDV wiederum wenig. „Für über 90 Prozent der rund 8,3 Millionen Kaskoversicherten bleibt es bei den Regionalklassen des Vorjahres“, heißt es. Das gilt auch für Bielefeld, wo es sowohl bei den Vollkasko- als auch bei den Teilkaskoversicherungen nach Angaben der Versicherungsgesellschaft keine Klassenveränderungen geben wird. Bedeutet eine höhere Regionalklasse automatisch einen höheren Versicherungsbeitrag? Über eine Veränderung bei der Regionalklasse lasse sich keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen, heißt es seitens der Versicherungswirtschaft. Der Beitrag sei von vielen weiteren Faktoren, wie zum Beispiel der Typklasse des Autos, der Jahresfahrleistung oder der Entwicklung der Reparaturkosten abhängig. Mit Material der dpa.