Bielefeld/Minden. Zugriff im Morgengrauen: Die Polizei hat mehrere Objekte in OWL durchsucht. Wie diese Redaktion aus Sicherheitskreisen erfuhr, stehen im Fokus der Staatsschützer sechs mutmaßliche Rechtsextreme, die zuvor im Internet mit Schusswaffen posiert haben sollen. Daher waren auch Spezialkräfte im Einsatz. Brisant: Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten tatsächlich Waffen. Die sechs Personen sollen zum „Active Club Ostwestfalen“ gehören. Die Gruppierung hat sich im vergangenen Jahr gegründet, so wie reihenweise weitere „Active Clubs“ in Deutschland. Die Gruppen bieten aus Sicht der Ermittler gemeinsame Freizeitangebote an wie Kampfsport oder Wandern, doch hinter der vermeintlich harmlosen Fassade stecken Rechtsextreme. Experten warnen vor einer großen Gewaltbereitschaft der „Active Club“-Mitglieder. Sechs Personen kann die Polizei Bielefeld eindeutig identifizieren und dem ostwestfälischen Ableger zurechnen. Die Anhänger sollen zwischen 17 und 35 Jahre alt sein. Brisant: Die Rechtsextremen sollen sich in sozialen Medien mit dem Besitz von Schusswaffen gebrüstet haben, erfuhr diese Redaktion. Der Grund, weshalb der Staatsschutz Bielefeld die Wohnadressen der Personen durchsucht. Insgesamt wurden am Mittwoch sieben Objekte durchsucht - in Bielefeld, Minden, Porta Westfalica (beide Kreis Minden-Lübbecke), Enger, Spenge (beide Kreis Herford) und in Dortmund. An fünf Orten waren Spezialkräfte im Einsatz. Lesen Sie auch: Was steckt hinter den „Active Clubs“? Durchsuchungen in Bielefeld, Herford und Porta Westfalica Auch dieser Redaktion liegen mehrere Fotos von mutmaßlichen „Active Club“-Mitgliedern aus OWL vor, auf denen die verdächtigen Personen mit Schusswaffen posieren oder andere Waffen zu sehen sind. So stehen auf einem Bild beispielsweise drei Personen aus den Reihen der rechtsextremen Gruppe; zwei halten Pistolen in der Hand, die dritte Person ein Sturmgewehr. Auf anderen Aufnahmen sind Personen mit Pistolen in der Hand zu sehen. Die Polizei durchsuchte auch den Arbeitsplatz des mutmaßlichen Kopfes der Gruppe. Dabei soll es sich um einen 32-Jährigen aus Minden handeln. Während eine Person nicht angetroffen worden sein soll, sollen sich andere wiederum zu den Vorwürfen des illegalen Waffenbesitzes eingelassen haben. Gefunden hat die Polizei bei den Maßnahmen offenbar eine Menge. Nach Informationen dieser Redaktion stellten die Beamten neben Handys und Propagandamaterial auch verschiedene Waffen sicher. Darunter Messer, eine Machete, eine Armbrust samt Pfeilen, ein Luftgewehr, Softair- sowie Schreckschusswaffen - und eine als alt beschriebene scharfe Schusswaffe, jedoch ohne Munition. Mehr zum Thema: Radikal und gewaltbereit: Junge Rechtsextreme aus OWL formieren sich