Paderborn. Oftmals erhalten Vorschläge der Partei quasi keine Resonanz im politischen Raum. Wie zuletzt, als die Satirepartei – offenbar lustig gemeint – im Stadtrat anregte, die City mittels eines gigantischen Parkplatzes zur „innenfreien Autostadt“ zu machen. Manchmal jedoch bringt die Partei Anregungen, über die ein Moment länger nachgedacht wird. Ihre Idee, besondere Ampelmännchen in Paderborn zu installieren, fanden nun manche Ratsmitglieder durchaus charmant. Einige Orte in Deutschland haben für einzelne Ampeln solche Zeichen, die nicht die klassische Fußgänger-Figur zeigen. In Bremen sind beispielsweise die Stadtmusikanten auf der sogenannten Streuscheibe zu sehen, in Hameln der Rattenfänger, in Mainz die Mainzelmännchen und in Emden Otto Waalkes. In Detmold weisen Hermann mit erhobenem Schwert und Thusnelda an einigen Ampeln die Fußgänger an, ob sie stehen bleiben sollen oder die Straße überqueren dürfen. „Wenn Detmold das kann, dann können wir das auch – nur viel besser, historisch dubioser und deutlich häufiger –, endlich können wir auf die überdurchschnittliche Ampeldichte stolz sein“, meinten Alexander Dridger und Kevin Dierkes von der Ratsfraktion der Partei. Sie schlugen im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion vor, das Drei-Hasen-Symbol auf sämtliche Fußgängerampeln im inneren Ring zu packen. Einmal in der bekannten Dreihasenbild-Variante, wenn die Tiere springen. Und für das Rotzeichen, wenn sie stehen. Paderborner Ampelmännchen könnten aus Marketing-Sicht interessant sein „Aus Sicht des Marketings ist das eigentlich eine ganz nette Idee“, sagte Stefan Schwan von den Grünen. „Und vielleicht ist das nicht das Thema, für das man viel Geld in die Hand nehmen muss.“ Auch Frank van Koten (FDP) ließ sich von der Grundidee überzeugen. Immerhin habe Paderborn zahlreiche Ampeln – den Spitznamen Ampelborn gebe es nicht ohne Grund. „Ich glaube, wir sollten diese Werbefläche touristisch erschließen“, so van Koten. Er plädierte aber dafür, statt des Dreihasenbildes ein nicht-christliches Symbol zu suchen. Egal ob die drei Hasen oder ein anderes Zeichen mit Paderborn-Bezug: Mal eben so lässt sich ein Piktogramm auf einer Ampel nicht ändern. Grundsätzlich brauche es dafür ein Gutachten, erklärte Eckhardt Döring, Leiter des Straßen- und Brückenbauamtes. Den konkreten Drei-Hasen-Vorschlag lehne die Verwaltung als ungeeignet ab. Denn die Straßenverkehrsordnung sehe vor, dass „im Lichtzeichen für Fußgänger das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger“ zeige. Dies könne beispielsweise auch durch die erwähnten Mainzelmännchen erfolgen. Die in Dreiecksform dargestellten Hasen zeigen demnach aber nicht deutlich genug einen schreitenden Zustand. Der Antrag der Fraktion Die Partei wurde mehrheitlich abgelehnt.