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Gelbes Band als Brücke zu deutschen Soldaten

Mit gelben Bändern posieren Soldaten vor einem

Bundeswehr-Camp im Kundus. - © FOTO: BUNDESWEHR/DPA
Mit gelben Bändern posieren Soldaten vor einem Bundeswehr-Camp im Kundus. (© FOTO: BUNDESWEHR/DPA)

Holzminden (dpa). Die Idee stammt aus den USA, die Zehntausende von Soldaten in zahlreichen Erdteilen im Kriegseinsatz haben. Ihre Angehörigen tragen gelbe Schleifen oder hängen sie als Zeichen der Verbundenheit an die Fenster und Türen ihrer Häuser. In Holzminden im Weserbergland sowie den umliegenden Gemeinden haben Bürger, Schulen, Vereine, Firmen und eine Stiftung die Idee aufgegriffen. Auch Feuerwehr, Polizei, Stadtrat und der Kreis Holzminden machen mit. Sie zeigen mit einem gelben Band Solidarität mit "ihren" Soldaten.

Holzminden ist Standort des Panzer-Pionierbataillons 1. Hundert Pioniere dieser Einheit sind im nordafghanischen Kundus auf gefährlicher Mission. "Wir meinen, ein Band zeigt noch mehr Verbundenheit als Schleifen", sagt die Initiatorin der Aktion, Kirsten Gerberding.

130 Meter lang und 15 Zentimeter breit ist das gelbe Band, eng mit Botschaften von zu Hause beschrieben. Es wurde aus einzelnen zwei Meter langen Stücken zusammenfügt und dann nach Afghanistan geschickt. Soldaten hielten es jetzt gerührt und mit Stolz auf ihre Heimatstadt im Feldlager in Kundus vor die Fernsehkameras.

"Was schreibt man einem Soldaten im Einsatzgebiet, den man nicht kennt, fragten wir uns", sagt Gerberding. "Aber was dann auf die Bänder geschrieben wurde, war so was von herzlich und toll. Da stehen viele intensive Botschaften und Worte, kleine Gebete, liebe Grüße und gute Wünsche, manchmal einfach auch nur Namen. Das ist bei den Soldaten im Herzen angekommen." Es sei zu einer symbolischen Brücke geworden.

"Wir wollen, dass es von anderen Städten mit Bundeswehrstandorten nachgeahmt wird und haben es deshalb nicht schützen lassen." Noch liegen Bänder mit dem Regimentswappen in Holzminden aus. Sie werden für einen kleinen Obolus verkauft. Das Geld geht nach Angaben der Stiftung "eins zu eins" an die Bundeswehr-Familienbetreuungsstelle in Holzminden.

Die Initiative will nicht, dass ihr Engagement missverstanden wird. Sie wollen keine politische Aussage zum Einsatz in Afghanistan machen. "Wir schauen vor allem auf den Menschen hinter dem Soldaten mit seinen Sorgen und Ängsten." Unter der Feldpost nach Afghanistan seien mittlerweile nicht mehr nur Weihnachtspäckchen von Freunden und Verwandten. "Erst jetzt ist vielen Teilnehmern unserer Aktion klar geworden, was die jungen Frauen und Männer da draußen für uns leisten müssen", sagt Geberding.

Deshalb gebe es jetzt auch aufmunternde Geschenke von anteilnehmenden Fremden.

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