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Bielefeld

Gefangen in der Baugrube

Leopoldshöherin verliert Kontrolle über ihr Auto und kommt über knieendem Elektriker zum Stehen

Ein Feuerwehrmann spricht mit Andreas Klein, der unter dem Opel Zafira gefangen ist. Die orangefarbene Arbeitskleidung des Elektrikers der Bielefelder Stadtwerke ist durch den schmalen Spalt unter dem Auto zu sehen. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Ein Feuerwehrmann spricht mit Andreas Klein, der unter dem Opel Zafira gefangen ist. Die orangefarbene Arbeitskleidung des Elektrikers der Bielefelder Stadtwerke ist durch den schmalen Spalt unter dem Auto zu sehen. (© FOTO: WOLFGANG RUDOLF)

Bielefeld. Andreas Klein kann tief durchatmen: Der Elektriker kniete am Freitagmorgen in einer Grube an der Bodelschwinghstraße, um Kabel einer Straßenlaterne zu reparieren. Ohne Vorwarnung rauschte ein Auto über ihn hinweg und kam über der Grube zum Stehen. Der Stadtwerke-Mitarbeiter war eine halbe Stunde gefangen, kam aber mit dem Schrecken davon.

"Ich hab gar nichts mitbekommen", sagt Klein, der sein Glück auch am Freitagnachmittag noch nicht richtig fassen konnte. "Erst habe ich einen Schlag in meinem Rücken gespürt", sagt der 42-Jährige. Denn das Auto hatte zunächst einen Werkzeugkoffer in die Grube gestoßen. Dann wurde es dunkel: Der Opel Zafira kam genau über der Baugrube zum Stehen, Klein blieb nur ein kleiner Spalt zum rausschauen. "Wahrscheinlich werde ich erst später realisieren, was da passiert ist."

Weniger Glück hatte ein Bauarbeiter des Tiefbauunternehmens, das für die Stadtwerke die Grube aushob. Der Mann stand mit einem Kollegen an der Baustelle, beide wurden vom Auto erfasst und stürzten eine Böschung hinunter. Einer der Männer erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht, der andere wurde leicht verletzt.

Am Steuer des Autos saß eine 60-jährige Frau aus Leopoldshöhe. Die Frau war gegen 11.30 Uhr in Richtung Osningstraße unterwegs. Sie wollte bremsen, als sie die Baustelle sah. "Nach ihren Aussagen hat sie die Kontrolle verloren, ist auf die Gegenfahrbahn geraten und dann in die Baustelle gefahren", sagt Polizeisprecher Friedhelm Burchard. Laut Gerald Schönwälder von der Feuerwehr Bielefeld war das Auto der 60-Jährigen nicht mehr fahrtüchtig. "Wir mussten es mit einem mobilen Kran von der Grube heben."

Danach war Andreas Klein wieder frei. Er wartete die Aufräumarbeiten ab und ging schließlich nach Hause. "Die Arbeiten an dem Kabel konnte ich jetzt nicht mehr fertigstellen", ärgerte er sich wenige Stunden nach dem Unfall. Das war aber auch nicht mehr nötig: Der heranrauschende Wagen hatte auch die Straßenlaterne stark in Mitleidenschaft gezogen

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