Bielefeld (nw). Ein herrenloser Koffer im Vorraum der Sparkassen-Filiale an der Stresemannstraße in Bielefeld hat seit dem frühen Freitagabend für Aufregung gesorgt. Ein Unbekannter hatte das Gepäckstück dort abgestellt. Gegen 23.30 Uhr öffneten Spezialisten des Landeskrimininalamtes den Koffer - und gaben Entwarnung.
Nach Informationen der Polizei war der grün-blaue Koffer kurz nach Geschäftsschluss gefunden worden, als eine Sparkassen-Mitarbeiterin die Glastüren zum Servicebereich schließen wollte. Sie informierte ihren Chef. Das Video der Überwachungskamera zeigte einen Mann, der kurz zuvor die Filiale betreten, den Reisekoffer im Service-Bereich abgestellt und das Geldinstitut sofort wieder verlassen hat. Polizeisprecher Rainer Jahn sprach "von einer anderen Qualität" als kurz vor Weihnachten. Damals war ebenfalls in der Bielefelder City ein herrenloser Koffer gefunden worden.
Der Spürhund gab kein eindeutiges Zeichen
Die Beamten setzten sofort einen Spürhund ein. Dieser habe jedoch kein eindeutiges Zeichen gegeben, ob von dem Koffer eine Gefahr ausgeht, heißt es. Die Polizei hat den Bereich um den Fundort weiträumig abgesperrt und umliegende Geschäfte geräumt. Die daraufhin angeforderten Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes aus Düsseldorf erreichten die Bielefelder Bank kurz vor 23 Uhr.
Mit einem mobilen Röntgengerät machten sich die Sprengstoffexperten auf ins Gebäude, um den mysteriösen Koffer zu durchleuchten. Mehrere Kabel waren dabei zu erkennen. Aber die LKA-Experten gaben dennoch Entwarnung: Nur ein Rasierapparat, persönliche Klamotten und Bankpapiere, die Rückschlüsse auf den Besitzer erlauben.
Der Mann hat sein Hab und Gut im Koffer
Die Sprengstoffexperten öffneten gegen 23.30 Uhr schließlich den Koffer einfach per Hand und trugen ihn nach draußen.
Polizeieinsatzleiter Hans Hollmann ging nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der Mann möglicherweise ohne festen Wohnsitz ist. Im Koffer waren sein ganzes Hab und Gut. Warum er den ungefährlichen Koffer zurückgelassen ist, bleibt weiter ein Rätsel.
Im Dezember hatte ein Ehepaar ihren Koffer vergessen
Sparkassen-Sprecher Christoph Kaleschke zeigte sich zu später Stunde erleichtert: "Die Mitarbeiter haben genau richtig gehandelt. Weil man heutzutage eben nicht wissen kann, was in so einem Koffer steckt." Heute müsse man leider viel sensibler auf so eine Situation reagieren als früher. "Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist."
Der Mann wurde von einer Überwachungskamera gefilmt. Er ist etwa 1,75 Meter groß und zirka 35 Jahre alt. Er hat schulterlanges, dunkelblondes, gelocktes Haar und war mit einer Jeans und Lederjacke bekleidet.
Bereits im Dezember hatte ein herrenloser Koffer die Bielefelder Innenstadt in weiten Teilen lahmgelegt. Wie sich nach dreieinhalb Stunden des Bangens herausstellte, war von dem Gepäckstück keine Gefahr ausgegangen. Ein Ehepaar aus Melle hatte den Koffer schlichtweg vergessen.