Benteler investiert 200 Mio. Euro in Standorte

Mit dem Zukunftskonzept werden Arbeitsplätze bis 2021 gesichert / Keine betriebsbedingten Kündigungen, aber Lohnverzicht

Lena Henning

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Bis 2021 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen bei Benteler geben. - © Marc Köppelmann
Bis 2021 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen bei Benteler geben. (© Marc Köppelmann)

Paderborn. Nach zwei schwierigen Jahren sieht sich das Familienunternehmen Benteler gut aufgestellt für die Zukunft. Das Konzept „Standortsicherung Deutschland" greife, sagt Andreas Hauger, Chef der Sparte Stahl/Rohr. Das Unternehmen steht unter anderem wegen der Krise am Öl- und Stahlrohrmarkt unter Druck.

Anfang des Jahres hatte Benteler, einer der großen europäischen Autozulieferer und Produzent von Stahlrohren, die Vereinbarung gemeinsam mit der IG Metall und den Betriebsräten beschlossen. Das Ziel des Maßnahmenpaketes für die Sparte Stahlrohr ist es, die Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Bis 2021 soll es an den fünf deutschen Standorten in Paderborn, Schloß Neuhaus, Lingen, Dinslaken und Bottrop keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

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Im Gegenzug verzichten die Beschäftigten in dieser Zeit auf Lohnerhöhungen und Teile des Urlaubsgeldes. Die Einschnitte leisteten einen wichtigen Beitrag, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig sicherzustellen, so Hauger.

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Zum Zukunftskonzept gehört für Benteler auch das Thema Nachhaltigkeit.
Spezielle Energie-Manager hätten an den Standorten Einsparpotenziale ermittelt.
Der gesamte Energiebedarf konnte so in den vergangenen fünf Jahren um elf Prozent gesenkt werden.

Investitionen sollen Arbeitsplätze zukunftsfähig machen

Auch der Paderborner Gewerkschaftssekretär Carmelo Zanghi (IG Metall) ist mit dem Maßnahmenpaket zufrieden. „Auf nichts verzichten, aber am Ende keine zukunftsfähigen Arbeitsplätze – auf diese Wette wollten wir uns nicht einlassen", sagt er und lobt, dass Benteler auch weiterhin intensiv ausbilden wolle.

Im Gegenzug zu den Lohneinbußen investiert Benteler rund 200 Millionen Euro, um die deutschen Standorte „in einem schwierigen und sich verändernden Marktumfeld sicher für die Zukunft zu machen", sagt Hauger. Dazu werden die Produktschwerpunkte der jeweiligen Standorte gestärkt.

In Paderborn werde der Bereich Airbag-Rohrfertigung ausgebaut. Dort investiere das Unternehmen in neue Maschinen. Ab 2018 soll die Produktion auf bis zu 50 Millionen Teile pro Jahr steigen. Für das Werk in Schloß Neuhaus fließen die Investitionen in den Bereich Oberflächentechnik. „Damit wollen wir unsere Position als Marktführer stärken", sagt Hauger.

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