Auf Ihrer Solaranlage liegt eine weiße Decke Schnee – und Sie fragen sich, ob es sich lohnt, die nun abzufegen? Die kurze Antwort: Nein. Zumindest, wenn es nach dem Technikmagazin «c’t» geht.
Das hat sich der Frage in seinem Videoformat «c’t Phasenlage» auf YouTube gewidmet – und wägt die Gefahren der Reinigung gegenüber dem möglichen Gewinn durch die Reinigung ab. Das Ergebnis: Der finanzielle Nutzen steht in keinem Verhältnis zur Gefährdung.
Denn vereiste und verschneite Dächer sind rutschig: Den Schnee von den Solarmodulen zu fegen, kann also zur gefährlichen Schlitterpartie werden. Außerdem kann man dabei aus Versehen auch noch die empfindlichen Module beschädigen. Demgegenüber sind die Erträge von Photovoltaik-Anlagen im Winter ohnehin sehr gering. Selbst an sonnigen Dezembertagen ohne Schnee erreichen kleine Balkonkraftwerke c’t-Redakteur Jörg Wirtgen zufolge oft nur 0,3 bis maximal 1,0 Kilowattstunden pro Tag. Bei größeren Dachanlagen liegen die Erträge pro Panel demnach bei nur wenigen Kilowattstunden täglich.
Was einem an Ertrag an schneereichen Tagen entgeht, ist also nicht besonders viel - und das gefährliche Fegen eher wenig lohnenswert. Und: die Arbeit wird durch nur ein paar Millimeter Neuschnee schnell wieder zunichtegemacht.
Anlage im Frühjahr checken
Übrigens: Das Fachmagazin rät davon ab, die Module mit heißem Wasser zu übergießen und damit von Schnee zu befreien. Auch dies könne sie beschädigen. Am besten wartet man also einfach die Schneeschmelze ab - allerspätestens im Frühjahr. Und dann ist auch ein Funktionscheck der Anlage sinnvoll. Dazu rät etwa das Informationsprogramm Zukunft Altbau.
Ob die Anlage den vollen Ertrag bringt, können Sie dann je nach Anlage etwa mit einer App kontrollieren, die den aktuellen Stromertrag anzeigt. Liegen die aktuellen Werte unter den Erträgen aus dem Vorjahr, kann dies ein Hinweis sein, dass die Anlage verschmutzt ist. Die Reinigungsarbeiten sollten Zukunft Altbau zufolge aber auch dann besser Profis übernehmen.