Interview: 250 Helfer stehen hinter dem Masters

TBV Lemgo „wuppt“ am Wochenende den nächsten Hallenfußball-Höhepunkt

Judith Stracke

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Strippenzieher: Ingo Sperlich und Ralf Fasse. - © Stracke
Strippenzieher: Ingo Sperlich und Ralf Fasse. (© Stracke)

Lemgo. Elf Bundesligisten mit 276 potenziellen Profikickern, dazu ein Bezirksligist. Und abseits? Mehr als 250 Ehrenamtliche des TBV Lemgo, die nach dem LZ-Cup auch das A-Junioren-Masters zum sportlichen Highlight für ganz Lippe „wuppen“ wollen. Nur wie?

LZ-Cup und A-Junioren-Masters - zwei große Hallenfußballturniere innerhalb von einer Woche auszurichten, ist kein Spaziergang. Wie die „TBV-Lemgo-Familie“ mit der Doppelbelastung umgeht und was die Fußballfreunde erwartet, darüber sprechen TBV-Jugendleiter Ralf Fasse und Ingo Sperlich, Koordinator von Jugend- und Seniorenabteilung bei den Lemgoern.

Nichts scheint so schnelllebig wie Hallenfußball in Lemgo zu sein. Gibt es in diesen Tagen noch ein Zuhause außerhalb der Lipperlandhalle?

Ingo Sperlich: (lacht). Nein, seit Wochen schon nicht mehr und auch nebenher keinen Beruf.

Das Masters findet zum 29. Mal statt. Inwiefern spielt da die Routine eine Rolle?

Ralf Fasse: Eine große. Insofern, als dass jeder weiß, was der andere tut, auch wenn wir die Banden innerhalb von sieben Tagen auf-, ab- und wieder aufbauen müssen. Wir sind von der Kabineneinteilung bis zum Spielplan ein eingespieltes Team.

Konkret?

Ralf Fasse: Ob unsere fleißigen Frauen die 50 Kilogramm Äpfel, 95 kg Bananen, 10 kg Mandarinen, 7 kg Weintrauben und 24 kg Birnen liebevoll zu einem Obstsalat verschnippeln, unsere Alt-Alt-Herren die Kasse übernehmen oder die Eltern für Kaffee und Kuchen sorgen. Es sind zwei Wochenenden, an denen sich der Verein trifft und näher zusammen rückt. Trotz der vielen Arbeit und Mühen macht es Spaß. Und wenn am Sonntag bei abgedunkelter Halle die Finalisten einlaufen, der Spot über Mannschaften und rhythmisch klatschende Zuschauer fegt, fühlen wir uns als Organisationsteam bestätigt und wissen: Wir machen weiter. 


Sperlich: Auch beim LZ-Cup spielte der Zusammenhalt eine wichtige Rolle, die Organisation war eine echte zusätzliche Herausforderung. Ich nenne nur ein paar Zahlen, die das verdeutlichen: 14 Seiten DinA4- To-do-Liste, vier What’s-App-Gruppen zur Organisation, alleine 329 Mails ab dem Neujahrstag zur weiteren Planung, 13 offizielle Abendveranstaltungen, mehr als 680 zu verteilende Helferstunden - mindestens 50 Stunden Ralf Fasse und Sven Krause und so an die 100 für mich. Die Meter an Material und Kabelbinder haben wir noch nicht gelistet.

Vom Kabelbinder zum Ball bei den Bundesligisten. Wie sieht der aus?

Fasse: (lächelnd) Wenigstens der Ball beim Masters bleibt normal. An Futsal haben die Bundesligavereine nur wenig Interesse und dann hätte es schlecht ausgesehen für unser Turnier.

Wenig Interesse besteht auch am Auftritt von Hooligans wie 2014. Was hat der TBV daraus gelernt?

Fasse: Bereits im Vorfeld bei der Einladung haben wir darauf geachtet, dass rivalisierende Hooligangruppen außen vor sind. So schwer es uns auch fiel, Hansa Rostock war mit FC St. Pauli nicht mehr möglich. Die Fanbeauftragten der Vereine stehen darüber hinaus in Kontakt mit der Polizei. Zusätzlich haben wir einen externen Sicherheitsdienst beauftragt.

Bei so viel Herzblut und Leidenschaft für den Hallenfußball, gibt es noch ein danach und wenn ja, wie sieht es aus?

Sperlich (lächelt): Ich würde gerne wieder anfangen, in meinem Job zu arbeiten.

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