FC Augustdorf sieht einen „klaren Verstoß“

Halbfinale: Christian Schmieder und Werner Fritzensmeier urteilen unterschiedlich

Dietmar Welle

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Halbfinale: Post SV Detmold - FC Augustdorf - © Paul Cohen
Halbfinale: Post SV Detmold - FC Augustdorf (© Paul Cohen)

Lemgo. Nach wie vor stehen die Geschehnisse im Halbfinalspiel um den LZ-Cup zwischen Post-SV Detmold und FC Augustdorf (wir berichteten) im Mittelpunkt der Diskussionen. Es geht um die letzten Sekunden dieser dramatischen Partie.

Schiedsrichter Andreas Grandt hatte beim Stand von 3:2 für die Augustdorfer in den ereignisreichen Schlusssekunden auf Neunmeter für Detmold entschieden wegen einer Grätsche. Die Zeit war abgelaufen, die piepsige Schlusssirene war bei der Lautstärke kaum zu hören. Eine mehr als unübersichtliche Situation, die mit mehreren Lattentreffern in den finalen Sekunden garniert wurde. Niemand in der Halle konnte für sich in Anspruch nehmen, den kompletten Überblick bewahrt zu haben.

Die neutralen Zuschauern rieben sich ob der Grandtschen Entscheidung die Augen, die Post-Schlachtenbummler die Hände – und die Augustdorfer wollten die Welt nicht mehr verstehen. Augustdorfs Vorsitzender Christian Schmieder bezieht klar Stellung in einem Schreiben an die LZ-Sportredaktion: „Die Fehlentscheidung – aus unserer Sicht – des Schiedsrichters im Halbfinalspiel Detmold gegen Augustdorf ist der eine Punkt. Der zweite – noch viel wichtigere – Punkt ist, dass ich als höchstens Vertretungsorgan des Vereins, sprich als Vereinsvorsitzender, unmittelbar nach dem Spiel unter Zeugen Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt habe.“ Der Schmiedersche Einspruch ging nach eigenem Bekunden an den ausrichtenden Verein TBV Lemgo am Zeitnehmertisch als auch an den Lemgoer FuL-Kreisvorsitzenden Werner Fritzensmeier. Nach Auffassung des FC Augustdorf hätte sich das Schiedsgericht mit dem Einspruch umgehend befassen müssen. Schmieder: „Das ist nicht geschehen und es liegt somit ein klarer Verstoß gegen die Turnierbestimmungen zu Ungunsten des FC Augustdorf vor.“ Hätte das Schiedsgericht, so Schmieder weiter, entschieden, „dass es bei der Entscheidung des Schiedsrichters bleibt, hätten wir dies akzeptieren müssen. Aber dazu ist es nicht gekommen und uns wurde die Möglichkeit genommen, dass das Schiedsgericht die Entscheidung zu unseren Gunsten trifft“. Schmieder wirft vor, dass niemand die Verantwortung übernommen habe: „Das darf nicht verschwiegen werden.“

Werner Fritzensmeier, Vorsitzender des für die Ausrichtung des LZ-Cups verantwortlichen FuL-Kreises Lemgo, sieht die Situation so: „Wir wollen uns am Dienstag nächster Woche mit dem Thema im Kreisvorstand beschäftigen und dann eine offizielle Stellungnahme veröffentlichen. Dieser Stellungnahme möchte ich nicht vorgreifen.“ Allerdings sei für ihn, Fritzensmeier, klar, dass keine „Eile“ geboten sei: „Aus meiner Sicht gibt es dazu keine Veranlassung, denn an der Tatsachenentscheidung lässt sich nicht rütteln. Es hat nach meiner Meinung keinen Raum für das Zusammentreten des Schiedsgerichtes gegeben. Zudem wurde mit in besagter Szene auch kein Grund für einen Protest genannt.“

Während sich Schmieder erhofft, dass Einsprüche in Zukunft nicht mit „Ignoranz und Gleichgültigkeit“ abgeschmettert werden, haben Fritzensmeier nach eigenem Bekunden neutrale Beobachter und Zuhörer attestiert, dass „ich ausgeglichen und ruhig reagiert habe“. Schmieder zum Abschluss: „Zunächst: Post Detmold ist ein würdiger Titelträger. Wir sind sportlich faire Verlierer. Und dann: Die verantwortlichen Personen sollen auch Verantwortung übernehmen. Warum sollten die gegenüber uns nicht die richtigen Worte finden?“

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