Neue Form der Begrüßung: Handshake im Fußball

„Handshake“-Ritual soll die Willkommensstruktur stärken

Oliver König

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So soll es sein: Das Abklatschen oder das Händeschütteln hat der Verband in seine Durchführungsbestimmungen aufgenommen. Die U17-Mannschaften von Eintracht Braunschweig und SC Verl haben i n Greste schon mal vorgemacht wie es geht. - © Kai Hahn
So soll es sein: Das Abklatschen oder das Händeschütteln hat der Verband in seine Durchführungsbestimmungen aufgenommen. Die U17-Mannschaften von Eintracht Braunschweig und SC Verl haben i n Greste schon mal vorgemacht wie es geht. (© Kai Hahn)

Kaiserau/Kreis Lippe. Fairplay wird großgeschrieben im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). So hat er seine Durchführungsbestimmungen ergänzt und das so genannte „Handshake“ aufgenommen.

Der neue Punkt gilt in allen überkreislichen Jugend- und Senioren-Ligen und soll die Willkommensstruktur stärken. Eine Verpflichtung für die Kreise besteht für die neue Spielzeit 2015/2016 nicht.

Information
Kapitän führt das Team am Schiri vorbei

Vor dem Spiel: Der Schiedsrichter führt die Mannschaften, entsprechend der örtlichen Gegebenheiten, aufs Feld.
Sie reihen sich neben dem Schiedsrichter auf der Seite der eigenen Auswechselbank auf. Der Kapitän der Gastmannschaft führt sein Team zum Handshake am Schiri und an der Heimmannschaft vorbei. Der Kapitän der Heimmannschaft führt sein Team zum Handshake am Schiri vorbei. Währenddessen: Begrüßung der Trainer und der Ersatzspieler beider Teams per Handshake am Spielfeldrand.
Nach dem Spiel: Sammeln aller Spieler, Trainer/Betreuer und Schiedsrichter am Mittelkreis. Verabschiedung untereinander per Handshake (formlos). (Quelle: FLVW)

Der Verbandsfußballauschuss (VFA) setzt auf Freiwilligkeit und empfiehlt, sich daran zu beteiligen. Bei dem neuen Begrüßungs- und Verabschiedungsritual geht es vor allem um den Handschlag oder das Händeschütteln (Handshake, siehe auch Info-Kasten). Der Verbands-Schiedsrichterausschuss wird die Kreis-Schiedsrichterausschüsse darüber informieren.

Für Rolf Hollensteiner als Kreisjugendausschuss-
vorsitzender in Lemgo war es eine Selbstverständlichkeit, sich zu beteiligen. „Das macht Sinn. Wichtig ist vor allem die Verabschiedung. Nach Emotionen, die in einem Spiel aufgekommen sind, können sich die Spieler schnell wieder vertragen“, sagt Rolf Hollensteiner. Er betont aber auch, dass sein Kreis auch ohne diese Regelung im vergangenen Spieljahr mit dem Fairplay keine Probleme gehabt habe.

Dem schließt sich sein Detmolder Kollege Uwe Wille an. Auch sein Kreis führt die „Zeremonie“ ein. „Da haben wir nicht lange überlegen müssen. Allerdings sage ich auch, dass die Schiedsrichter nun gefordert sein werden und genaue Instruktionen erhalten müssen“, so Udo Wille. Wenn es ums Fairplay geht, verweist Wille gern auf die Spielführerschulung für A- und B-Junioren sowie für B-Juniorinnen am 15. August in Müssen. Da wird das Begrüßungsritual genauso Thema sein wie eine Kurschulung durch einen Schiedsrichter.

Die Senioren im Kreis Lemgo haben nachgezogen, wenn auch das Ganze noch nicht zu 100 Prozent umgesetzt werden könne. „Das ist eine vernünftige Form und eine gute Aktion“, unterstreicht FuL-Kreisvorsitzender Werner Fritzensmeier. Eine begrüßenswerte Idee ist es auch für seinen Detmolder Amtskollegen Gottfried Dennebier. Denn: „Ich bin mir sicher, wenn man nach dem Spiel per Handschlag freundschaftlich auseinandergeht, hätten wir vielleicht auch viel weniger Spruchkammersitzungen.“

Wie schnell und gut die neue Form der Begrüßung umgesetzt werden könne, werde sich noch zeigen, betont Friedhelm Spey aus dem Verbandsfußballausschuss. „Das muss sich entwickeln, und man muss sensibel damit umgehen und nicht gleich mit Ordnungsgeldern drohen. Für den Jugendbereich ist der Handshake noch viel wichtiger.“

Wort zum Sport: Verabschiedung kommt zu kurz

von Oliver König
Eines vorweg: Auch mir liegt das Fairplay absolut am Herzen. Nur, das Händeschütteln zur Begrüßung durch den Verband vorschreiben zu lassen, geht mir dann doch einen Schritt zu weit. Ist es wirklich nicht mehr selbstverständlich, sich vor dem Spiel die Hände zu reichen?

Es scheint so! Trotzdem: Das Ganze ist für mich eher etwas, um es den ganz Großen im Profibereich gleichmachen zu wollen. Da halte ich es für viel wichtiger, dass sich Spieler, Trainer und Betreuer nach dem Abpfiff vernünftig verabschieden. So können ganz schnell unterschiedliche Auffassungen nach einem hitzigen Spiel in fairer Weise ausgeräumt werden.

Dieser Punkt, der schon einmal vor etlichen Jahren bei Fußballspielen gang und gäbe war, kommt mir in den jetzigen Bestimmungen des Verbandes noch viel zu kurz. Wie übrigens auch im Profibereich.

okoenig@lz.de

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